8,5 Milliarden Euro: Frisches Geld für Griechenland

Wolfgang Schäuble glaubt an Wachstum in Griechenland und will erst 2018 prüfen ob gegebenenfalls Erleichterungen nötig sein könnten

Griechischer Wirtschaftsminister kritisiert Schäuble scharf

IWF-Chefin Christine Lagarde versprach in einer Mitteilung eine Beteiligung an der Rettung des hoch verschuldeten Landes. 2015 wurde kurz vor einer befürchteten Staatspleite ein drittes Rettungsprogramm im Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro geschnürt, das bis 2018 läuft.

Es gebe eine Einigung auf allen Ebenen, teilte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem am Donnerstagabend mit.

Die Grünen drängen die Bundesregierung zu Zugeständnissen mit Blick auf Schuldenerleichterungen. "Wir werden eine Exit-Strategie vorbereiten, um Griechenland zu ermöglichen, im kommenden Jahr auf eigenen Beinen zu stehen", schrieb Dijsselbloem auf Twitter.

Luxemburg - Das überschuldete Griechenland soll im Juli 8,5 Milliarden Euro frischer Kredite von seinen europäischen Partnern bekommen. Er betonte auch, dass neue Forderungen gegenüber Griechenland "nicht besonders fair" seien.

Es gehe nicht darum, Schulden zu streichen, sondern Zinsen zu verringern oder die Laufzeiten der Hilfskredite zu verlängern. Erst am Donnerstag hatten griechische Regierungsvertreter eine Zusage für baldige Schuldenerleichterungen gefordert, was Schäuble jedoch ablehnte.

Im Mai vergangenen Jahres hatte die Eurogruppe Griechenland bereits über eine Reihe von Maßnahmen Schuldenerleichterungen in Aussicht gestellt. Die vom Internationalen Währungsfonds geforderten Erleichterungen zu verschleppen, triebe "einen Spalt durch das gemeinsame Europa, das dringender gebraucht wird als je zuvor". Sonst drohte erneut der Staatsbankrott. Doch verhinderte Ende Mai ein Streit über Schuldenerleichterungen eine endgültige Einigung. Knapp 32 Milliarden Euro sind bereits ausgezahlt, nun geht es um die nächste Tranche.

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