Außenseiterin Ostapenko gewinnt French Open

Regenwolken über Roland Garros

Kristina Mladenovic scheitert in Paris an Bacsinszky

Bei den Damen sorgt Jelena Ostapenko für eine Sensation. Halep setzte sich gegen Jelina Switolina aus der Ukraine mit 3:6, 7:6 (8:6), 6:0 durch.

Diesen Rückschlag verkraftete die 20-jährige Lettin zunächst nicht.

Überraschungs-Triumph in Paris! Jelena Ostapenko aus Lettland heißt die Gewinnerin der French Open. Nicht viel, und deshalb war im nächsten Moment ein krachender Volltreffer zu beobachten, eine unwiderstehliche, unerreichbare Rückhand zum 4:6, 6:4, 6:3-Erfolg, die Krönung des Alles-oder-Nichts-Tennis, das sie, Jelena Ostapenko, auf den Thron von Paris geführt hatte.

Im zweiten Halbfinale treffen die Favoritinnen Simona Halep und Karolina Pliskova aufeinander. Wie Angelique Kerber bei ihrem ersten großen Sieg bei den Australian Open vor einem Jahr musste auch Halep auf dem Weg ins Finale einen Matchball abwehren. Als Drama-Queen hat sie sich einen wenig schmeichelhaften Ruf auf der Tennistour erworben, ein aufmerksamer Zeitgenosse notierte in den sozialen Medien, dass die handelsüblichen Glückwünsche der lieben Kolleginnen nach dem Ostapenko-Sieg in Paris nahezu vollständig ausgeblieben seien. Als die Zuschauer auf dem Court Philippe Chatrier dann vor dem Interview mit der früheren Wimbledonsiegerin Marion Bartoli auch noch ein Geburtstagsständchen anstimmten, war die Lettin kurz den Tränen nahe.

Die Niederlage im Duell der beiden Geburtstagskinder - Bacsinszky wurde 28 Jahre alt, Ostapenko 20 - war für die Schweizerin keineswegs zwingend.

Insgesamt konnte Mladenovic aber nicht an ihre starke Leistung gegen Titelverteidigerin Garbiñe Muguruza im Achtelfinale anknüpfen. "Sie kann dir das Racket aus der Hand schießen", sagte Haleps Coach Darren Cahill. "Manchmal weiß sie, glaube ich, selbst nicht genau, was sie gerade spielt".

Aber vor allen Dingen wäre sie auch die jüngste Paris-Königin seit der Kroatin Iva Majoli 1997 - in diesem Jahr wurde Ostapenko geboren.

Nach der Partie zeigte sich Ostapenko überglücklich: "Das ist natürlich der größte Erfolg meiner Karriere". "Ich war nicht nervös". 2009 schrieb sie sich nach Amelie Mauresmo und Justine Henin in die Siegerliste des U12-Turniers (gespielt in Boulogne Billancourt) ein, 2014 gewann sie den Juniorenbewerb in Wimbledon und nun brillierte sie auf dem Centercourt von Roland Garros. Sie konnte aber weiterspielen und schaffte es in den Tiebreak.

Auch im zweiten Durchgang blieb Ostapenko die dominantere Spielerin. Es wäre normal gewesen, den Ball sicher zurückzuschlagen, bloss keinen Fehler zu machen, taktisch vorzugehen. Das Glück war auf der Seite Ostapenkos, ein Netzroller besiegelte ihr zweites Break in Folge zum 4:3. Doch mit ihrem dauerhaften Hopp-oder-Top-Tennis zermürbte sie am Ende die taktisch und spielerisch reifere Halep. "Ich bin überglücklich, zum zweiten Mal in Paris im Finale zu stehen", sagte die Rumänin. Und eins schien tatsächlich gewiss: Langweilig würde es Fans und Beobachtern nicht werden mit ihr, die bei den French Open 299 direkte Gewinnschläge auspackte, mehr als jeder andere Spieler, mehr als jede andere Spielerin.

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