Audi hat auch in Deutschland illegale Abgas-Software genutzt

Auch Audi holt der Abgasskandal ein

Dobrindt: Audi hat illegale Abgas-Software verwendet

Audi-Chef Rupert Stadler sagte bei der Jahrespressekonferenz im März diesen Jahres: "Als Konsequenz aus der Diesel-Affäre stellen wir bei Audi alles auf den Prüfstand".

Es seien rund 24.000 Fahrzeuge betroffen, sagte Dobrindt am Donnerstag in Berlin. Der Abgas-Skandal im VW-Konzern nimmt neue Fahrt auf. Doch auch wenn Audi in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist: Unter den Oberklassemarken wurden die Ingolstädter von Daimlers Hausmarke Mercedes-Benz und von BMW abgehängt.

In den Hauptwerken Ingolstadt und Neckarsulm gibt es Auslastungsprobleme, Produktivität und Design sind relativ schlecht, und mit besonderen Innovationen ist Audi schon länger nicht aufgefallen.

Die jetzt zurückgerufenen Autos stoßen teilweise doppelt so viel NOx aus wie erlaubt.

Konzernchef Rupert Stadler hatte am Vortag seinem Ärger über Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) Luft gemacht.

Die Staatsanwaltschaft München weitet ihre Diesel-Ermittlungen gegen Audi aus. Es gehe nun nicht mehr nur um Verkäufe in den USA, sondern auch in Deutschland und im europäischen Raum, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag. Das war offenkundig ein Irrtum. VW ist der Auffassung, in Europa gar keine Vorschriften verletzt zu haben - anders als in den USA.

Auch diverse andere Hersteller stehen inzwischen unter Verdacht des Abgas-Betrugs. Dieser Argumentation hat sich auch der Verband der Autoindustrie (VDA) angeschlossen. Bei den in dieser Woche gemeldeten "Auffälligkeiten" bei 24.000 Oberklassewagen handele es sich demnach um einen technischen Fehler.

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte im VW-Konzern war im September 2015 ans Licht gekommen. Wird die Lenkung um mehr 15 Grad eingeschlagen, erhöhen sich die Emissionen, weil in dem Auto ein spezielles Schaltprogramm für das Automatikgetriebe aktiviert wird.

Audi selbst hat am Donnerstagabend eine Rückrufaktion eingeleitet.

Intern wird der Betrugsvorwurf nach wie vor zurückgewiesen.

Wie verschiedene Medien übereinstimmend melden, hat Dobrindt am 31. Mai von der Software erfahren und am nächsten Tag mit VW-Chef Müller über die Sache gesprochen. Der Audi-Chef kritisierte am Freitag Bundesverkehrsminister Dobrindt: "Dass Herr Dobrindt allein vorprescht, hat mich persönlich sehr enttäuscht", sagte er der Branchenzeitung "Automobilwoche". "Dies und das weitere Vorgehen wollten wir gemeinsam kommunizieren", sagte Stadler. Neben der Prüfung der Umrüstungskonzepte durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und der Festlegung eines verbindlichen Zeitplans werde "auch zu klären sein, welche weiteren Fahrzeuge unter dem Aspekt der Lenkwinkelerkennung einer Überprüfung unterzogen werden", teilte das Ministerium am Montag mit.

Neuesten Nachrichten