Berlin: Weltweite Trauer über den Tod Helmut Kohls

Berlin: Weltweite Trauer über den Tod Helmut Kohls

Berlin: Weltweite Trauer über den Tod Helmut Kohls

Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, Kohl sei am Morgen in seinem Haus in Ludwigshafen gestorben". Damit habe Kohl "die Wiedervereinigung eines starken, prosperierenden Deutschlands" möglich gemacht und die Schaffung der Europäischen Union. Er hinterlässt ein gewaltiges politisches Erbe.

"La Repubblica" (Italien): "Vielleicht war Helmut Kohl der glücklichste Kanzler Deutschlands".

Kohl überholt als dienstältester Kanzler mit 5145 Amtstagen sein Vorbild Konrad Adenauer.

"Ich will die Wahl gewinnen und will Kanzler werden", hatte er einst trotzig gesagt, und die Journalisten schmunzelten. Als Vater der Wiedervereinigung hat er sich in die Geschichtsbücher geschrieben, als zentrale Figur in der CDU-Parteispendenaffäre selbst vom Denkmal gestoßen. Sechs Jahre lang musste er sich noch gedulden, bis er sein Ziel erreicht haben sollte. Von 1982 bis 1998 war er im Amt, länger als jeder seiner Vorgänger.

Kohls letzte Lebensjahre waren von Krankheit geprägt; am Staatsakt zum 20. Jahrestag des Mauerfalls nahm er 2009 im Rollstuhl sitzend teil.

Die "Birne" von einst, wie ihn der Spiegel auf dem Titel präsentiert hatte, von den einen verehrt, von den anderen gehasst und bekämpft - Kohl polarisierte wie kaum ein anderer. Er war ein großer Österreich-Freund. Die CDU legte in ihrer Zentrale in Berlin ein Kondolenzbuch für Kohl aus und richtete ein Online-Kondolenzbuch ein.

Einer der größten Momente seines Lebens: Bei der Einheitsfeier am 3. Oktober 1990 winkt Helmut Kohl in die Menge, flankiert von Hans-Dietrich Genscher, Hannelore Kohl und Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Er machte die Ostdeutsche zur Ministerin. Er hat eine Auseinandersetzung mit seinem Lebenswerk verdient.

Heute sind sich fast alle, auch frühere politische Widersacher, der historischen Bedeutung seines Wirkens bewusst. Dabei hatte der "glühende Europäer" laut Kohl-Biograf Heribert Schwan selber bis weit in die 1980er-Jahre gar nicht an die zeitnahe Wiedervereinigung geglaubt.

Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres reagierte mit Betroffenheit auf den Tod von Altkanzler Helmut Kohl reagiert.

Der Mann, der bereits als Kind seine Spielkameraden dazu bringt, ihm die Schleppe zu tragen, wenn er mit einem Kaffeewärmer auf dem Kopf und einem Betttuch im Garten umherstolziert, wird vor allem durch einen unbändigen Willen zur Macht angetrieben. Zwei Jahre zuvor, nach der missglückten WM 1994, hielt Kohl den damaligen Bundestrainer Berti Vogts per Telefon vom Rücktritt ab. Seine Amtsnachfolgerin Angela Merkel bezeichnete Kohl als "Glücksfall für uns Deutsche". Der pfälzische Machiavelli duldet niemanden neben sich. Der ehemalige FAZ-Herausgeber hatte eine sehr persönliche Beziehung zu Kohl. Das hat er so wenig wie die meisten anderen deutschen Politiker. "Er wird nie Kanzler werden".

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