Dutzende Tote bei Waldbrand

Verheerender Waldbrand Mindestens 43 Tote

Verheerender Waldbrand Mindestens 43 Tote

Ein Blitzeinschlag hatte den Brand laut Polizei am Samstagnachmittag in der Region Pedrógão Grande ausgelöst. Und noch immer sind manche Dörfer nicht zu erreichen. Die Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Auf Bildern waren ausgebrannte Autos, brennende Bäume und Häuser zu sehen. Der sozialistische Regierungschef António Costa kündigte mehrtägige Staatstrauer an. Dutzende Menschen wurden bei dem verhängnisvollen Waldbrand verletzt.

Der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern sei am Sonntag zunächst aufgrund der starken Rauchentwicklung unmöglich gewesen, sagte Gomes. Das Leiden stand den unzähligen Betroffenen ins Gesicht geschrieben. In Portugal herrschten am Samstag Temperaturen von teilweise mehr als 40 Grad Celsius. "Das ist ein echtes Inferno, so etwas haben wir noch nie gesehen", sagte Bürgermeister Alves. "Alles deutet ganz klar auf natürliche Ursachen hin", sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues, der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa.

Rund 900 Feuerwehrleute kämpften am Sonntag im Zentrum des Landes gegen den Brand.

Das Feuer wurde am Sonntag in Pedrogao Grande und drei Nachbar-Kreisen von insgesamt 690 Feuerwehrmännern mit 216 Fahrzeugen und vier Löschflugzeugen bekämpft. Zunächst hatte der Bürgermeister Valdemar Alves noch gesagt, er sei überzeugt, dass das Feuer gelegt wurde. Viele Menschen waren dem Feuer hilflos ausgeliefert. Viele Menschen wurden auf einer Schnellstraße von den Flammen eingeschlossen und hatten keine Chance. Die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten aber weiter die Löscharbeiten.

Es wurde Kritik an den Einsatzkräften laut: Zu Beginn war die Feuerwehr Augenzeugen zufolge völlig überfordert.

Die Europäische Union sagte Portugal im Kampf gegen die Flammen Hilfe zu. Portugals Fußball-Nationalteam gedachte mit einer Schweigeminute vor der Confed-Cup-Partie gegen Mexiko der zahlreichen Todesopfer bei den Waldbränden in der Heimat. Zudem sei beim Fußball-Weltverband beantragt worden, dass Cristiano Ronaldo & Co. bei ihrem ersten Spiel am Sonntag (17.00 Uhr/Sport1) in Kasan einen Trauerflor tragen.

Feuerwehrleute der Republikanischen Nationalgarde versuchen den Waldbrand in Portugal zu löschen. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel äußerte sich angesichts des verheerenden Waldbrandes in Portugal "tief bestürzt" und bot der portugiesischen Regierung Hilfe aus Deutschland an. Zusätzlich helfe Spanien ebenfalls mit Flugzeugen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe gegenüber dem portugiesischen Ministerpräsidenten António Costa zudem die Anteilnahme der Deutschen zum Ausdruck gebracht. Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa traf nach Mitternacht in der Region ein und sagte sichtlich mitgenommen: "Das ist eine beispiellose Situation".

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