Europäischer Staatsakt zu Kohls Tod geplant

Monika Grütters

Monika Grütters

Als erste Persönlichkeit in der Geschichte der EU soll Helmut Kohl mit einem europäischen Staatsakt geehrt werden. "Großer Europäer "und "Kanzler der Einheit"- so lauteten in aller Regel die Zuschreibungen, mit denen Kohl gewürdigt wurde". Kohl war am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorben. Nach dem europäischen Staatsakt in Straßburg solle Kohls Sarg mit dem Schiff über den Rhein ins rheinland-pfälzische Speyer gebracht werden.

Die CDU legte in ihrer Zentrale in Berlin ein Kondolenzbuch für Kohl aus und richtete ein Online-Kondolenzbuch ein.

1990 besuchte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl zum Wahlkampfauftakt der "Allianz für Deutschland" auch Erfurt. Merkel hatte die Nachricht von Kohls Tod während ihrer Reise in Rom erreicht.

Kohl hatte 1989 mit den Staats- und Regierungschefs Russlands, der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt. Der frühere SPD-Vorsitzende und -Kanzlerkandidat Rudolf Scharping plädierte in der "Welt am Sonntag" dafür, Straßen und Plätze nach Helmut Kohl zu benennen. Der Christdemokrat habe "die europäische Einigung mit einer Energie und Überzeugungskraft vorangetrieben, wie nur ganz wenige andere Staatsmänner". Dass US-Präsident Donald Trump sich erst vergleichsweise spät überhaupt zu Wort meldete, wurde aufmerksam registriert.

Politiker aus dem In- und Ausland ehrten Kohl als großen Staatsmann und würdigten seine Verdienste um die Deutsche Einheit und Europa.

Kohl hat Deutschland von 1982 bis 1998 als Bundeskanzler regiert - 16 Jahre, so lange wie bisher niemand vor und nach ihm. Er war treibende Kraft für die EU und eine gemeinsame Währung. Italiens früherer Ministerpräsident Matteo Renzi nannte den Altkanzler einen Giganten.

Neuesten Nachrichten