Feuerinferno in Portugal: Todeszahl steigt auf 62

Feuerwehrleute der Republikanischen Nationalgarde versuchen einen Waldbrand zu löschen

Schwerer Waldbrand tötet dutzende Menschen in Portugal Inhalt teilen URL zum Kopieren

Hunderte Feuerwehrleute mit 160 Löschfahrzeugen waren gegen die Flammen im Einsatz. Auf der "Todesstrasse", wie Medien schrieben, starben mindestens 30 Menschen. Offenbar wollten die Menschen fliehen. Aber ihre Flucht wurde durch Flammenwalzen gestoppt, die sich durch das Waldgelände fraßen.

Weinende und verletzte Menschen schleppen sich den Helfern entgegen.

Eine Frau meint, das Haus ihrer Schwester sei wohl verloren. 1966 starben bei einem siebentägigen Feuer in Sintra in der Nähe von Lissabon 25 Menschen, allesamt Angehörige des Militärs.

Der Wind sei sehr heftig gewesen, habe immer wieder gewechselt und die Flammenwände gleichzeitig in mehrere Richtungen getrieben. "Viele Häuser sind verbrannt". Außerdem würden mindestens zwei Personen vermisst.

Die Zahl der Todesopfer stieg laut Behördenangaben bereits auf 62. Dutzende wurden verletzt. Ihnen fielen bislang mehr als 60 Menschen zum Opfer, doch rechnen die Behörden mit weiteren Toten.

Ein Blitzeinschlag löste den Brand laut Polizei in der Region nordöstlich von Lissabon aus. Dadurch sei vermutlich der umgebende Wald in Flammen gesetzt worden, sagte Portugals Kripo-Chef, Almeida Rodrigues.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drückte der portugiesischen Regierung ihre Anteilnahme an der Waldbrandkatastrophe aus. Zwei der insgesamt vier Feuerfronten habe die Feuerwehr im Griff, sagte Jorge Gomes, Staatssekretär im Innenministerium.

Der portugiesische Ministerpräsident Antonio Costa sprach von der größten Tragödie seit Jahren.

Angesichts des verheerenden Waldbrands hat die Europäische Union Hilfe zugesagt. "Wir tun alles, um Portugal in dieser Zeit der Not zu helfen", sagte ein EU-Sprecher. Präsident Marcelo Rebelo de Sousa traf nach Mitternacht in der Region ein und sagte sichtlich mitgenommen: "Das ist eine beispiellose Situation". Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten, hieß es. Das verheerende Feuer ist zum Teil unter Kontrolle.

Das Feuer in Pedrógão Grande war am Wochenende allerdings nicht das einzige, das die Feuerwehr Portugals am Wochenende auf Trab hielt.

Auch im vergangenen Jahr waren Vorwürfe erhoben worden, politisches Versagen und Schlamperei hätten das Drama auf der Insel verschlimmert. Der Waldbrand war dort gestern Nachmittag ausgebrochen und hatte sich mit großer Wucht ausgebreitet.

Mangelnde Waldpflege und fehlender Brandschutz wird in Portugal schon lange kritisiert. Auf die Frage, ob es denn nicht absehbar gewesen sei, dass die Brände diese Stellen erreichen würden, sagt Soares: "Als die Leute auf diese Strassen einbogen, könnten die Feuer noch kilometerweit entfernt gewesen sein".

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