Feuerinferno in Portugal wird zur Todesfalle für Autofahrer

Feuerwehr im Einsatz gegen die Flammen

APA Feuerwehr im Einsatz gegen die Flammen

Starke Winde haben die Feuer 150 Kilometer nordöstlich von Lissabon immer wieder angefacht. Starke Winde fachten die Flammen weiter an.

Präsident Marcelo Rebelo de Sousa sprach von einer "Tragödie". Es seien "erschütternde Bilder von eingekesselten Dörfern und Menschen, die dem Inferno auf der Flucht in ihren Autos zum Opfer gefallen sind", teilte Gabriel in Berlin mit. Bisher sind 62 Todesopfer zu beklagen, über 60 Menschen wurden verletzt. "Es ist unmöglich gewesen, das Feuer zu kontrollieren", meinte Innenstaatssekretär Gomes.

Zudem wurden in der dünn besiedelten, von Pinien- und Eukalyptusbäumen beherrschten Region Dutzende Häuser zerstört. Außerdem sind zwei Löschflugzeuge im Einsatz, wie der Zivilschutz mitteilte. Weitere 59 sind verletzt, darunter auch mehrere Feuerwehrmänner. Hunderte Feuerwehrmänner kämpften gegen die Flammen, ganze Dörfer seien von Feuer umgeben, hieß es. Ähnlich äußerten sich auch andere Menschen bei RTP. Bürgermeister Alves hatte zuvor eine "ungenügende Zahl von Einsatzkräften" beklagt. Am Samstagnachmittag habe sich über dem betroffenen Gebiet ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei regnete, sagte der Direktor der Kriminalpolizei, Jose Almeida Rodrigues, am Sonntag der Nachrichtenagentur Lusa.

Die Polizei geht davon aus, dass die Brande durch natürliche Ursachen entstanden. "Wir haben in Zusammenarbeit mit der Nationalgarde sogar den Baum gefunden, der von einem Blitz getroffen wurde". Zuvor hatte der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves, noch gesagt, er sei davon überzeugt, dass das Feuer gelegt wurde. Dennoch habe man nicht verhindern können, dass die Flammen in der Nacht auf den Nachbarkreis Figueiró dos Vinhos übergriffen. "Es wird alles getan werden, um den Behörden und den Menschen in Portugal in dieser Zeit der Not zu helfen", sagte der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides. Auf Bitte des Landes würden Löschflugzeuge organisiert. Auch Frankreich entsandte drei Flugzeuge. "Ich habe gleich heute Morgen dem portugiesischen Premierminister António Costa unser tiefes Mitgefühl und Beileid ausgesprochen und ihm deutsche Hilfe und Unterstützung angeboten, wenn dies benötigt wird", sagte Gabriel. Nach den Worten von Ministerpräsident Costa könnte die Opferzahl noch steigen.

Ein Polizist steht im Wald bei Pedrogao Grande neben einer zugedeckten Leiche.

Die Region Pedrógão Grande gilt unter Naturliebhabern in Portugal als Geheimtipp. Die nahezu unberührte Natur mit Lagunen und Stauseen zieht seit Jahren immer mehr Wanderer und Wassersportler an.

Zudem unterschrieben alle 23 portugiesischen Spieler einen Brief in Gedenken an die Opfer, der auf der FPF-Seite veröffentlicht wurde. 1966 starben bei einem siebentägigen Feuer in Sintra in der Nähe von Lissabon 25 Menschen, allesamt Angehörige des Militärs.

Neuesten Nachrichten