Frankreich steuert auf Negativrekord bei Wahlbeteiligung zu

Frankreich hat bei der zweiten Runde der Parlamentswahl einen neuen Negativrekord bei der Wahlbeteiligung aufgestellt.

Bis 17 Uhr gaben dem Innenministerium in Paris zufolge rund 35,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Bei der Abstimmung vor fünf Jahren lag dieser Wert bei gut 46 Prozent.

Bei der entscheidenden Runde der Wahl zur französischen Nationalversammlung zeichnete sich in den ersten Stunden eine geringe Wahlbeteiligung ab. Damit findet die zweite Runde in 573 Wahlkreisen statt. Damals lag die Beteiligung am Ende bei 48,7 Prozent, so niedrig wie noch nie bei einer Parlamentswahl seit Gründung der Fünften Republik 1958.

Es gilt als sicher, dass Macrons Partei La République en Marche und ihre Verbündeten eine absolute Mehrheit der Abgeordnetensitze bekommen. Er will in den kommenden Monaten unter anderem eine umstrittene Lockerung des Arbeitsrechts auf den Weg bringen. Die letzten Wahllokale schließen um 20 Uhr. Dagegen müssen die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mit einer weiteren herben Niederlage rechnen.

Bei der Parlamentswahl wird in 577 Wahlkreisen jeweils ein Abgeordneter gewählt. Sie könnten nach einer Berechnung des Instituts Harris Interactive auf 60 bis 80 Sitze kommen. Es gilt ein reines Mehrheitswahlrecht - das macht es für kleine Parteien schwer, Mandate zu gewinnen. Bereits in der ersten Wahlrunde vor einer Woche hatte sich ein haushoher Sieg abgezeichnet. Unklar ist noch, ob die radikale Linke um Jean-Luc Mélenchon eine Fraktion bilden kann. Die Front National von Rechtspopulistin Marine Le Pen dürfte nach den Umfragen weiterhin keine grosse Rolle im Parlament spielen - allerdings hat Le Pen selbst Chancen, in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich erstmals in die Nationalversammlung gewählt zu werden.

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