Gebäude nicht sicher Londoner Feuerwehr muss Suche in abgebranntem Hochhaus

Rauch und Flammen schlagen aus dem Hochaus im Zentrum Londons

5 Bilder Video Advertorial Rauch und Flammen schlagen aus dem Hochaus im Zentrum Londons

Die Behörden gehen davon aus, dass noch weitere Leichen in dem Wohnhochhaus gefunden werden.

Bei weniger gravierenden Bränden dürfte diese Vorschrift zwar wirksam sein, doch in dem konkreten Fall scheint sich das Feuer so schnell außen am Gebäude ausgebreitet zu haben, dass schützende Maßnahmen an Türen nicht effektiv waren. Anhand von Fingerabdrücken solle geklärt werden, wer alles im Gebäude war. Die Rettungskräfte gingen nicht davon aus, noch jemanden lebend zu finden.

Die Londoner Feuerwehr hat gemäss eigenen Angaben 65 Personen aus dem Hochhaus gerettet. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mindestens 79 Patienten in Kliniken behandelt, 18 von ihnen seien in einem kritischen Zustand. Für eine gründlichere Suche müssten sie allerdings erst gesichert werden. Viele Bewohner werden noch vermisst. Neun Feuerwehrleute wurden bei der Suche nach Vermissten leicht verletzt.

"Es wäre ein absolutes Wunder", sollte einer der in dem Gebäude Eingeschlossenen das Inferno überlebt haben, sagte Polizeichefin Dany Cotton. Die beiden 27-jährigen Architekten waren im März nach London gezogen und hatten im Grenfell Tower eine Wohnung gemietet. Auf Fotos war sie zusammen mit Feuerwehrleuten zu sehen. Finanzielle Hilfe für die Opfer sei bereits auf dem Weg.

"Sorgfältige Untersuchung" angekündigt Der Grenfell-Tower brannte wie eine Fackel.

Queen Elizabeth II drückte den Opfern der Brandkatastrophe ihr Beileid aus und dankte den Helfern. Ihre Gedanken und Gebete seien bei den Familien, die Angehörige verloren hätten, sowie bei den vielen Menschen, die schwer verletzt im Krankenhaus lägen, teilte der Buckingham-Palast mit.

Tröstend für die Überlebenden ist dafür die enorme Hilfsbereitschaft ihrer Landsleute: Allein im Internet wurden bis Donnerstagmorgen mehr als eine halbe Million Euro an Spenden gesammelt, in den Gemeindezentren trafen Berge an Kleidern und Lebensmitteln ein. Auch mehr als eine Million Pfund an Spendengeldern kamen zusammen.

Die Brandursache war weiter unklar. Bürgermeister Sadiq Khan versprach umfassende Aufklärung.

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Die britische Premierministerin Theresa May hat den ausgebrannten Grenfell Tower in West-London besucht.

Die Feuerwehr hat nach Angaben Cottons alle 24 Stockwerke kurz durchsuchen können.

Das Gebäude wurde 1974 erbaut und von 2014 bis 2016 saniert.

Auch in Deutschland werden Rufe nach Konsequenzen laut. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will die energetische Gebäudesanierung in Deutschland auf den Prüfstand stellen. "Ein vergleichbarer Fassadenbrand an einem Hochhaus ist in diesem Ausmaß bei uns so gut wie ausgeschlossen. Wir nehmen das jedoch zum Anlass und werden überprüfen, ob die aus energetischen Gründen geforderte Außendämmung eine zusätzliche Brandgefahr auslöst", sagte Herrmann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Ein Newsletter der Mieterverwaltung habe die Bewohner angewiesen, im Falle eines Feuers in ihren Wohnungen zu bleiben - außer, der Brand sei in ihrer Wohnung oder auf ihrem Flur ausgebrochen. Der Verband verlangte, den Einsatz von Polystyrol zur Dämmung von Gebäudefassaden "sofort auszusetzen".

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