Juncker tief bestürzt über Tod Helmut Kohls

Politiker im In- und Ausland haben Altkanzler Helmut Kohl als großen Staatsmann und Europäer gewürdigt. Seine Amtsnachfolgerin Angela Merkel bezeichnete Kohl als "Glücksfall für uns Deutsche".

Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihren gestorbenen Amtsvorgänger Helmut Kohl als großen Europäer und Kanzler der Einheit gewürdigt. "Helmut Kohl war ein großer Europäer und ein sehr guter Freund". "Das war höchste Staatskunst im Dienste der Menschen und des Friedens", sagte sie. Er habe die Gunst der Stunde genutzt, um die Wiedervereinigung herbei zu führen. "Helmut Kohl hat auch meinen Lebensweg entscheidend verändert", sagt sie.

Auch sie selbst habe ihm als Ostdeutsche zu verdanken, dass sie heute statt in einer Diktatur in Freiheit leben könne.

Auch Merkel ist nicht vorher von Kohls Familie informiert worden.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte den Einsatz Kohls für die Aussöhnung und das Zusammenwachsen in Europa.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker teilte mit: "In Gedenken an Helmut Kohl habe ich die Europaflaggen vor den europäischen Institutionen auf halbmast setzen lassen". Bundestagspräsident Norbert Lammert sprach von einer "Persönlichkeit historischer Größe". Der SPD-Chef sagte in Berlin: "Helmut Kohl hat historische Weichen für Deutschland und Europa gestellt und sich Verdienste erworben, die Bestand haben und nicht vergessen werden". Merkel hatte die Nachricht von Kohls Tod während ihrer Reise nach Rom erhalten.

Der deutsche Aussenminister Sigmar Gabriel würdigte Kohl in einer kurzen Rede. "Er war ein großer Staatsmann, ein großer deutscher Politiker und vor allem ein großer Europäer, der sehr viel dafür getan hat, dass nicht nur die deutsche Einheit gekommen ist, sondern auch dass Europa zusammengewachsen ist". Über ein anderes Buch streitet Kohl bis zuletzt mit seinem Ex-Biografen Heribert Schwan vor Gericht: In "Vermächtnis - Die Kohl-Protokolle" zitieren Schwan und ein Mitautor den Altkanzler mit drastischen Äußerungen über frühere Weggefährten. Kohl habe sich um Deutschland und um Europa verdient gemacht. Der Linken-Bundesvorstand erklärte, Kohl habe die Bundesrepublik vor dem Jahrtausendwechsel geprägt wie nur wenige andere politische Persönlichkeiten.

Auch der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow würdigte die Verdienste Kohls.

Kohl erkannte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989, dass das Fenster für die deutsche Einheit nur kurz geöffnet sein würde. Am Freitagabend war eigentlich ein Museumsbesuch geplant und ein Abendessen mit ihrer Vertrauten, der deutschen Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan. Bush war einer der US-Präsidenten, die während Kohls Amtszeit im Weißen Haus waren.

Kohl war Anfang der 1990er Jahre Merkels Ziehvater in Bundesregierung und Partei gewesen. Die Welt habe von seinem Weitblick und seinen Anstrengungen profitiert. "Die Deutschen haben Helmut Kohl den Spitznamen "Kanzler der deutschen Einheit" gegeben".

Er betrauere mit dem Tod des früheren Bundeskanzlers den "Verlust eines wahren Freundes der Freiheit", sagte der frühere US-Präsident George H.W. Bush und erinnerte daran, wie er mit Kohl auf das Ende des Kalten Krieges hingearbeitet habe. "Er ist der Mann, den ich als einen der größten politischen Führungsfiguren im Nachkriegseuropa ansehe", heißt es in einem Statement von Bush, das sein Büro verbreitete.

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