Jury nimmt Beratungen im Cosby-Prozess wieder auf

TV-Altstar Bill Cosby hat auf eine Aussage vor Gericht verzichtet

Geschworene beraten über die Schuld von Bill Cosby

Im Strafprozess gegen den US-Entertainer Bill Cosby wegen sexueller Nötigung hat sich die Jury am Donnerstag nicht auf ein Urteil einigen können. Am Freitag begannen die fünf Frauen und sieben Männer den mittlerweile fünften Tag ihrer insgesamt mehr als 40-stündigen Beratungen in dem Fall. Sollte die Jury tatsächlich zu keinem Ergebnis kommen, muss die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob der Fall mit neuen Geschworenen erneut verhandelt werden soll.

Bis zu einer Neuauflage des Prozesses würde Cosby wohl auf freiem Fuß bleiben. Falls sie sich nicht auf ein Urteil einigen können, würde der Prozess als fehlerhaft geführt enden. Er hat eine Kaution von einer Million Dollar (897.000 Euro) gezahlt. Constand sagte dagegen aus, Cosby habe ihr Pillen gegeben, die sie benommen gemacht hätten, ehe er sich an ihr vergangen habe. Cosbys Kontakt zu diesen Frauen ist aber nicht Teil des laufenden Prozesses. "Das ist nicht das Ende".

Bill Cosby auf dem Weg ins County Gericht in Norristwon. Bei einer Schuldigsprechung droht Cosby ein Lebensabend im Gefängnis.

Sein Verteidiger hob angebliche Widersprüche in den Aussagen von Andrea Constand hervor, die Cosby beschuldigt, sie im Jahr 2004 in seinem Haus nahe Philadelphia mit Tabletten betäubt und sich anschliessend an ihr vergangen zu haben. Auf jeden der drei Anklagepunkte steht eine Höchststrafe von zehn Jahren.

Cosbys Verhältnis zu den mehr als 50 weiteren Frauen, die ihm Sexualdelikte vorwerfen, sind bis auf eine Ausnahme nicht Teil des Verfahrens. Der Fall Constand ist aber der einzige, in dem strafrechtliche Anschuldigungen gegen Cosby erhoben worden sind. Cosby sagte selbst nicht aus, seine Aussagen aus einem Zivilprozess von 2005 und 2006 wurden aber als Beweismittel zugelassen.

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