Kohl wollte keinen Staatsakt in Deutschland

Kohl war am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorben.

Berlin - Für Altkanzler Helmut Kohl wird es nach Informationen der "Bild"-Zeitung ausschließlich einen europäischen Staatsakt in Straßburg geben". Am Sonntag wird auch im Bundeskanzleramt ein Kondolenzbuch ausgelegt, ebenso wie in der Mainzer Staatskanzlei.

Franziskus lobte Kohls "unermüdliches Wirken für die Einheit Deutschlands und die Einigung Europas sowie seinen Einsatz für Frieden und Versöhnung". Entscheidungen dazu seien noch nicht gefallen, hieß es am Samstag aus der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz und aus dem Bundespräsidialamt. Kohl kehrte wieder in sein Haus in Ludwigshafen-Oggersheim zurück, wo er zuletzt im April 2016 noch Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban empfing.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird am Montag beim Auftaktspiel zum Confederations Cup gegen Australien mit Trauerflor spielen. Die aus ganz Deutschland angereisten Vertreter der CDU-Nachwuchsorganisation legten Blumen, Kränze und Kerzen vor dem Bungalow im Stadtteil Oggersheim nieder.

Kohl hatte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989 mit Gorbatschow sowie den Staats- und Regierungschefs der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt.

Für CDU-Generalsekretär Peter Tauber war Helmut Kohl "der zweite große Kanzler dieser Republik nach Konrad Adenauer". Merkel hatte die Nachricht von Kohls Tod während ihrer Reise in Rom erreicht. Das Katholiken-Oberhaupt habe den früheren Bundeskanzler als "großen Staatsmann" gewürdigt, sagte die CDU-Politikerin nach einer Privataudienz im Vatikan.

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