Kondolenzbücher und Gedenkwachen - Abschied von Helmut Kohl

Walter Kohl

Generation Kohl: Das Lebensgefühl der 80er und 90er

Bozen - Der freiheitliche Landesparteiobmann Andreas Leiter Reber und die freiheitliche Fraktionssprecherin im Südtiroler Landtag, Ulli Mair, zeigen sich betroffen über den Tod von Helmut Kohl, "einem deutschen Kanzler, der Weltgeschichte geschrieben hat". Der CDU-Politiker war Freitag früh im Alter von 87 Jahren in seiner Heimatstadt Ludwigshafen gestorben.

Unklar war zunächst, wann und wo es einen Staatsakt für Kohl geben wird.

Formell ordnet der Bundespräsident den Staatsakt für verstorbene Bundeskanzler an, die tatsächliche Arbeit findet im Innenministerium statt - in "Absprache mit der Familie", wie es heißt. "Aber es ist genauso klar, dass die Familie dazu das eigentliche Wort hat". Kohl habe "sehr viel dafür getan, dass nicht nur die Deutsche Einheit gekommen ist, sondern auch dass Europa zusammengewachsen ist". Stets hatte Helmut Kohl die deutsche Frage offengehalten, sich nicht mit der Zweistaatlichkeit abgefunden und die Präambel des Grundgesetzes als Auftrag begriffen. Die CDU legte in ihrer Zentrale in Berlin ein Kondolenzbuch aus und richtete ein Online-Kondolenzbuch ein. Von Sonntag an liegt auch im Bundeskanzleramt ein Kondolenzbuch aus, ebenso wie in der Mainzer Staatskanzlei. Einem entsprechenden Antrag des Deutschen Fußball-Bundes gab der Weltverband FIFA statt, wie der Sportinformationsdienst (sid) berichtete. Dieses Bild entstand im Garten von Kohls Wohnhaus.

Die Junge Union rief Mitglieder aus ganz Deutschland dazu auf, sich am Samstagabend vor Kohls Wohnhaus in Ludwigshafen-Oggersheim zu einer Gedenkwache zu versammeln.

Die Pläne für einen gebührenden Abschied von Altkanzler Hemut Kohl nehmen allmählich Gestalt an.

Bei der Verleihung des Point-Alpha-Preises an den Liedermacher und früheren DDR-Dissidenten Wolf Biermann legten die 1000 Gäste und Zuschauer im osthessischen Rasdorf eine Schweigeminute ein. Es wäre nach Angaben der Zeitung das erste Mal, dass ein europäischer Staatsakt ausgerichtet wird. Weil sehr viel politische Prominenz aus aller Welt dazu anreisen will (peinlich spät kondolierte US-Präsident Donald Trump), wird der Festakt frühestens in sieben bis zehn Tagen stattfinden.

Helmut Kohl war, so wie ich, von seiner Berufsausbildung Historiker, er hatte in Geschichte promoviert. "Europa trägt seine Handschrift", schrieb Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ). Politiker von CDU und SPD sprachen sich dafür aus, den "Kanzler der Einheit" durch eine Stiftung oder die Benennung von Straßen und Plätzen zu ehren. Unter Hochdruck handelte er mit den Staats- und Regierungschefs der USA, der Sowjetunion, Grossbritanniens, Frankreichs sowie den Verantwortlichen der Europäischen Union die Modalitäten dafür aus. Die Nachricht von Kohls Tod erreichte die Regierungschefin während eines Besuches in Rom. Dorthin war die Kanzlerin für eine Privataudienz bei Papst Franziskus am Samstag geflogen.

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