Londoner Feuerwehr nach Hochhausbrand: Keine Einsturzgefahr

Die Löscharbeiten sind nach wie vor im Gange

Natalie Oxford Die Löscharbeiten sind nach wie vor im Gange

Menschen seien aus dem brennenden Gebäude gesprungen. "Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden", teilte Khan über Twitter mit. Mehr als 70 Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden, rund 20 seien in kritischem Zustand. Um den Flammentod zu entkommen, springen Menschen in die Tiefe oder werfen sogar ihre Kinder herunter. Sie würden sich über mehrere Tage hinziehen.

Wie The Guardian berichtet, wurde die Hausverwaltung 2016 wegen mangelnder Feuerschutzvorkehrungen in einem anderen Hochhaus von der Londoner Feuerwehr verwarnt. "Das ist ein noch nie dagewesener Vorfall".

Bei dem Großbrand in einem Hochhaus in London sind mehrere Menschen gestorben. 200 Feuerwehrleute kämpften am Mittwoch gegen die Flammen. Die Brandursache war zunächst unklar.

Scotland Yard bestätigte zwölf Tote.

Polizei und Feuerwehr warnen eindringlich vor Spekulationen. "Es ist verloren. Es ist nur eine Frage der Zeit, bevor dieses Gebäude zusammenbricht". Eine riesige Rauchsäule stand über dem wie eine Fackel brennenden 24-stöckigen Gebäude Grenfell Tower mit 120 Wohnungen. Bei der Feuerwehr ging der erste Notruf nach deren Angaben um 0.54 Uhr (Ortszeit) ein. 40 Feuerwehrfahrzeuge waren im Einsatz. Die Arbeit sei extrem hart und die Bedingungen sehr schwierig. "Fire!" riefen. Als er die Tür öffnete, schlugen ihm schon Rauchschwaden entgegen. Die Behörden traten auch Befürchtungen entgegen, dass das Hochhaus einstürzen könnte. Am Vormittag hieß es dann, die Statik werde als "vorerst sicher" eingestuft.

Die Polizei räumte nahegelegene Gebäude, die von herabstürzenden Trümmern gefährdet waren. Hin und wieder knallte es in dem 24-stöckigen Gebäude. Der vorbeugende Brandschutz gliedert sich in den baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Brandschutz und umfasst alle Regelungen, die im Vorfeld getroffen werden, um die Entstehung sowie die Ausbreitung von Bränden einzuschränken. Die Leitern der Feuerwehr reichen nicht bis in das 20. Stockwerk. Der laufende Einsatz sei sehr kompliziert.

Kein Anschlag: Der Hochhausbrand ist nach Angaben von Scotland Yard kein Terroranschlag.

Augenzeugen hatten in der Nacht auf Twitter von Schreien berichtet. Angrenzende Gebäude wurden wegen der Löscharbeiten evakuiert, eine nahe gelegene Schule blieb geschlossen.

Der 17-jährige Tiago Etienne sagte der PA, er habe gesehen, wie Eltern drei Kinder ungefähr aus dem 15. Stock geworfen hätten.

Nach Angaben einer Augenzeugin war es unmöglich, den um Hilfe schreienden Menschen im brennenden Hochhaus zu helfen. Das gesamte Gebäude steht in Flammen. "Wir konnten nichts tun. Meine Freunde haben beobachtet, wie Menschen weit oben aus den Fenstern gesprungen sind". Der Unglücksfall wird möglicherweise Auswirkungen auf die Regierungsbildung haben: Laut BBC könnte sich die Bekanntgabe einer Einigung auf eine Koalition zwischen Mays Tories und den nordirischen Unionisten UDP wegen des Feuers verzögern. "Ich habe viele Leute gesehen, die mit Laken am Fenster standen".

Ein Reporter von Channel 4 berichtete, dass er von Asche bedeckt sei, "so schlimm ist es".

Londons Bürgermeister Sadiq Khan versprach nach dem Brand umfassende Aufklärung. Ebenfalls blieb zunächst offen, ob und wie viele Menschen vermisst werden. Man habe die Bezirksverwaltung, der das Gebäude gehöre, und die "Kensington and Chelsea Tenant Management Organisation" (KCTMO), die sich um die Häuser kümmere, immer wieder darauf Aufmerksam machen wollen. Es wurden neue Fenster eingesetzt, und die Fassade wurde thermisch saniert. Ein Baby soll auf diese Weise gerettet worden sein.

Wie lange wird der Grenfell Tower noch standhalten? In einem Blog-Eintrag heißt es: "Die Einwohner würden in dem Gebäude in der Falle sitzen".

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