Mehr als 60 Tote bei Waldbrand in Portugal

Feuerwehrmänner liegen erschöpft am Rande eines Waldbrandes

Hunderte Feuerwehrleute sind im Einsatz

Im Waldbrandgebiet in Portugal ist die Zahl der Toten auf 62 gestiegen. Am Samstagnachmittag habe sich über dem betroffenen Gebiet ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei regnete, sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues. "Alles deutet ganz klar auf natürliche Ursachen hin". Die hohen Temperaturen, die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten weiterhin die Löscharbeiten und fachten die Brände immer wieder an, hieß es aus dem portugiesischen Innenministerium. Mindestens 18 Leichen seien aus ausgebrannten Fahrzeugen geborgen worden, sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Jorge Gomes vor Journalisten am Unglücksort Pedrógão Grande.

Das Feuer wurde nach Angaben der Polizei am Samstagnachmittag durch einen Blitzschlag ausgelöst. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel äußerte sich angesichts des verheerenden Waldbrandes in Portugal "tief bestürzt" und bot der portugiesischen Regierung Hilfe aus Deutschland an. Das schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntag auf Twitter. Am Sonntagmorgen sollen zwei Löschflugzeuge aus Spanien zur Unterstützung in der Waldbrandregion eintreffen. Die Lage stelle sich nach Behördenangaben besonders im Kreis Pedrogao Grande "sehr besorgniserregend" dar. Es gebe einige Dörfer, die "von den Flammen völlig eingekesselt" waren, sagte der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves. Regierungschef Antonio Costa sprach vom schwersten derartigen Unglück in Portugal seit Jahrzehnten: "Ich bin schockiert über das Ausmaß der Tragödie".

Viele der Opfer sind in ihren Autos von dem Feuer eingekesselt worden.

Lissabon.Der verheerende Waldbrand mit mindestens 62 Toten in Portugal ist zum Teil unter Kontrolle. Gomes sagte, es sei schwer zu sagen, ob die Menschen vor den Flammen flüchteten oder von dem Feuer überrascht wurden. Wie der Zivilschutz mitteilte, stehen inzwischen rund 700 Feuerwehrleute im Einsatz. Dennoch habe man nicht verhindern können, dass die Flammen auf den Nachbarkreis Figueiró dos Vinhos übergriffen. Die EU kündigte die Entsendung von Löschflugzeugen an. Außerdem rückte noch in der Nacht Verstärkung aus verschiedenen Teilen des Landes an. Der Bürgermeister von Pedrógão Grande hatte sich zuor noch davon überzeugt gezeigt, dass das Feuer gelegt wurde. Nach Mitteilung des Zivilschutzes gab es unter anderem auch aufgrund einer Hitzewelle mit Temperaturen von über 35 Grad insgesamt elf Waldbrände, die von mehr als 1500 Einsatzkräften bekämpft wurden.

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