Mindestens 62 Tote durch Waldbrände

Portugal kämpft gegen einen der schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten und ein Ende ist noch nicht in Sicht. 2003 waren bei heftigen Bränden in ganz Portugal zwei Dutzend Tote zu beklagen. Alle Neuigkeiten dazu im News-Blog. Als mögliche Ursache der Feuersbrunst vermutete die Regierung Blitzeinschläge infolge von Trockengewittern. Der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern sei am Sonntag aber zunächst aufgrund der starken Rauchentwicklung unmöglich gewesen. Die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten zusätzlich die Löscharbeiten.

Bereits im vergangenen Jahr tobten zahlreiche schwere Waldbrände im Land der Korkeichen und reichen Eukalyptuswälder, in dem im Sommer 2016 mehr als 1000 Quadratkilometer Landschaft abbrannten. Vorrang habe nun, Menschen zu retten und das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die meisten der Todesopfer sind beim Fluchtversuch in ihren Autos ums Leben gekommen.

Viele der Opfer sind in ihren Autos von dem Feuer eingekesselt worden. Bisher sind 62 Todesopfer zu beklagen, über 60 Menschen wurden verletzt. Wie groß die durch den Brand betroffene Fläche ist, war zunächst nicht bekannt. Gomes sagte, es sei schwer zu sagen, ob die Menschen vor den Flammen flüchteten oder vom Feuer überrascht wurden. In der Region ist es derzeit sehr heiss mit Temperaturen von über 30 Grad.

Ministerpräsident António Costa kündigte eine dreitägige Staatstrauer von Montag bis Mittwoch an. Cristiano Ronaldo & Co. trugen im russischen Kasan Trauerflor. Das Leiden stand den Betroffenen der Region ins Gesicht geschrieben. "Wir haben alles verloren, unser Haus, unsere Tiere, alles", erzählte eine ältere Frau unter Tränen dem TV-Sender RTP. Ein Mann sagte: "In meinen 53 Jahren habe ich so etwas nicht gesehen".

Etliche der später tot geborgenen Menschen waren mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als die Flammen sie plötzlich einschlossen. Auf Bildern waren ausgebrannte Autos, brennende Bäume und Häuser sowie eine Leiche in einem völlig verkohlten Waldstück zu sehen. Der Waldbrand war dort gestern Nachmittag ausgebrochen und hatte sich mit großer Wucht ausgebreitet. In der Nacht auf Sonntag hatte sich der Bürgermeister von Pedrogao Grande, Valdemar Alves, noch davon überzeugt gezeigt, dass das Feuer gelegt wurde. Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Christos Stylianides, sprach den Portugiesen sein Mitgefühl aus und erklärte, die EU stehe bereit. Die EU hat die Nothilfe koordiniert. Am Sonntagmorgen sollen zwei Löschflugzeuge aus Spanien zur Unterstützung in der Waldbrandregion eintreffen.

Auch die Bundesregierung bot Portugal Hilfe an, wie Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter schrieb.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe gegenüber dem portugiesischen Ministerpräsidenten António Costa zudem die Anteilnahme der Deutschen zum Ausdruck gebracht.

Neuesten Nachrichten