Mindestens sechs Tote bei Hochhausbrand in London

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Bei dem Brand eines Hochhauses im Zentrum Londons sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 70 Verletzte wurden in Spitäler gebracht. Sie war für die Sanierung des 24-stöckigen Grenfell Towers zuständig. Die Feuerwehr hat Probleme, den Brand zu löschen. Augenzeugen berichteten, dass sich noch Menschen in dem Gebäude befanden.

Nach Angaben der Feuerwehr ist das 1974 erbaute Hochhaus derzeit nicht einsturzgefährdet. Trümmerteile flogen aus dem Gebäude. Hin und wieder knallte es in dem Gebäude. Die Polizei riegelte alle Wege hermetisch und weiträumig ab. Die Polizei twitterte, man sei zusammen mit der Feuerwehr bei einem Grossbrand im Westen der britischen Hauptstadt im Einsatz. Trotz der Katastrophe war das Hochhaus zunächst stabil genug, um darin weiter nach eingeschlossenen Menschen zu suchen. Ein Experte überprüfe laufend die Statik des Grenfell Towers, sagte die Londoner Feuerwehrchefin Dany Cotton. Viele Menschen hätten nach Hilfe gerufen, doch die Einsatzkräfte hätten nur in den unten gelegenen Stockwerken helfen können.

Ein User schreibt: "Der Feuerwehrmann sagte zu einem der Leute, dass wir wohl aufgeben müssen, die Mehrheit der Menschen im Haus ist vermutlich sowieso tot". "Die Einsatzbedingungen sind sehr hart".

Feuerwehrleute mit Beatmungsgeräten seien im Einsatz, sagte Brigadeführer Dan Daly. "Die Einsatzbedingungen sind sehr hart". Man habe zahlreiche Helfer und Spezialisten entsandt. Sie wurden von der Polizei in ein nahegelegenes Restaurant gebracht, in dem auch einige der Verletzten behandelt wurden. Die Beamten wurden eigenen Angaben zufolge am Mittwoch kurz nach 01.00 Uhr (Ortszeit) alarmiert.

Der erste Notruf ging um 0.54 Uhr ein, innerhalb von sechs Minuten seien die ersten Löschfahrzeuge vor Ort gewesen, teilten die Rettungskräfte mit. Die Zahl der Toten dürfte aber noch steigen, denn von den rund 80 Verletzten schweben 18 in Lebensgefahr. Zehn weitere Betroffene kamen selbstständig ins Krankenhaus. Mehrere Menschen seien tot, teilte die Londoner Feuerwehr mit. Die "Grenfell Action Group" berichtete im Januar 2016 von erheblichen Brandschutzmängeln etwa im Gemeinschaftsbereich des Wohnkomplexes. Das gesamte Gebäude steht in Flammen. Das Schlimmste für sie selbst und viele andere Nachbarn sei gewesen: "Wir konnten einfach nichts tun". "Ich habe viele Leute gesehen, die mit Laken am Fenster standen". "Meine Freunde haben beobachtet, wie Menschen weit oben aus den Fenstern gesprungen sind", berichtete die Zeugin.

Mehr als zehn Stunden nach dem Ausbruch des Brandes waren noch immer Flammen im Gebäudeinnern zu sehen. Es wurden neue Fenster eingesetzt, und die Fassade wurde thermisch saniert. Ein Baby soll auf diese Weise gerettet worden sein.

Die Polizei rät, die Gegend nordwestlich vom Hyde Park zu meiden.

Anwohner hatten schon vor einem Jahr vor einem Brandrisiko in dem Hochhaus gewarnt, weil sich während Sanierungsarbeiten Abfälle angehäuft hätten.

Brandschutz: Welche Sicherheitsvorkehrungen gab es in dem Gebäude? Warum das Feuer ausbrechen konnte, ist aktuell noch nicht klar. Die Feuerwehrchefin warnte vor Spekulationen.

"Diese Fragen sind wirklich wichtig und müssen beantwortet werden", sagte Khan dem BBC Radio.

Khan sprach von einem "bedeutenden Vorfall" - eine Bezeichnung der britischen Behörden für eine Lage, die besondere Vorkehrungen durch einen oder mehrere Rettungsdienste erfordert.

Augenzeuge Daniel sagte gegenüber der "BBC": "Sie waren in einer Falle". Sie berief wegen des Großbrandes in einem Hochhaus in North Kensington ein ressortübergreifendes Ministertreffen ein.

Wurde also zu wenig für den Brandschutz in dem Hochhaus getan? Zuvor war bekanntgeworden, dass die Tories und DUP ihre Verhandlungen am Vormittag wieder aufgenommen hatten. Das habe möglicherweise auch Auswirkungen auf die Brexit-Gespräche, die später beginnen könnten. Der Beginn war für den 19. Juni geplant.

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