Minivan rast in Fußgänger vor Londoner Moschee

Polizei-Forensiker arbeiten an der Stelle an der ein Minivan in eine Menschenmenge gefahren war

Polizei-Forensiker arbeiten an der Stelle an der ein Minivan in eine Menschenmenge gefahren war

Die Opfer: Zehn Menschen werden verletzt, acht von ihnen müssen im Krankenhaus behandelt werden. Augenzeugen zufolge soll er gesagt haben, er wolle Muslime töten und habe "seinen Teil getan". Die Polizei spricht von einem schweren Zwischenfall. Am 22. März war ein Mann mit einem Auto auf der Westminster Bridge in London in eine Menschenmenge gefahren, bevor er vor dem Parlament einen Polizisten mit einem Messer erstach.

In der Nacht von Sonntag auf Montag war ein Kleintransporter vor einer Moschee im Norden Londons in eine Gruppe von Besuchern gefahren.

"Wir haben über Jahrzehnte sehr hart für eine friedliche und tolerante Gemeinschaft hier in Finsbury Park gearbeitet und verurteilen schärfstens jeden Akt des Hasses, der versucht, unsere wunderbare Gemeinschaft zu spalten", heißt es in einer Mitteilung, die das Muslim Welfare House im Stadtteil Finsbury Park am Montag in der Früh im Internet veröffentlichte.

Der Mann soll Augenzeugen zufolge gerufen haben: "Ich habe meinen Teil getan". Das berichteten die britischen Sender Sky News und BBC.

Die Polizei hatte zunächst keine Hinweise auf weitere Verdächtige.

Die Behörden gingen davon aus, dass der Tatverdächtige alleine gehandelt habe, sagte Premierministerin Theresa May nach einer Krisensitzung. Scotland-Yard-Chefin Cressida Dick kündigte an, zusätzliche Beamte einzusetzen - auch in der Nähe von muslimischen Einrichtungen. Die Verantwortlichen riefen zur Ruhe auf: "Spekulationen über den Vorfall sind nicht hilfreich". Ihre Gedanken seien bei den Verletzten, deren Angehörigen sowie den Rettungskräften vor Ort, liess sie über ihr Büro am Montagmorgen mitteilen. Der Stadtteil Finsbury Park liegt nördlich des Zentrums von London.

Jeremy Corbyn von der oppositionellen Labour Party twitterte, er sei "total schockiert". Er habe bereits mit Vertretern der Moschee und der Polizei gesprochen, sagte der Vorsitzende der Sozialdemokraten. Seit 1983 sitzt Corbyn für den Londoner Wahlkreis Islington North im Unterhaus.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat den Zwischenfall vor einem muslimischen Gemeinschaftshaus als Terroranschlag bezeichnet.

Die Ramadan-Stiftung hat den blutigen Anschlag in Verbindung mit Islamhass gebracht. Mohammed Shafiq von der muslimischen Organisation sagte in der Nacht auf Montag: "Ich verurteile diese sinnlose und böse Attacke mit einem Lieferwagen gegen muslimische Gläubige außerhalb der Finsbury-Park-Moschee in London". Dies berichtete auch die britische Nachrichtenagentur PA.

Die Moschee war früher als eine Anlaufstelle für Islamisten bekannt. Mittlwerweile relativierte die britische Anti-Terror-Polizei und betonte, es sei noch zu früh für die Aussage, dass das Todesopfer aufgrund der Attacke verstorben sei.

Der bei dem Terroranschlag nahe einer Londoner Moschee benutzte Lieferwagen stammt aus Wales. Er hatte in den 90er-Jahren in dem Gotteshaus radikalislamische und antiamerikanische Brandreden gehalten. Die neue Moschee-Leitung hatte in der Vergangenheit dennoch Drohungen erhalten. Der Vorfall löste Erinnerungen an den Londoner Terroranschlag Anfang des Monats aus. Alle Attentäter waren Muslime.

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