Neuer Höchststand: 65,6 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht

2016 neuer Höchststand bei Flucht und Vertreibung

UNO-Flüchtlingshilfe verstärkt Projektförderung / Neuer Höchststand: 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht

Wien/Genf. Die Zahl von Flüchtenden und Vertriebenen hat im vergangenen Jahr mit 65,6 Millionen den höchsten jemals registrierten Stand erreicht. Unter den 65,6 Millionen sind 40,3 Millionen Menschen, die innerhalb des Heimatlandes geflohen sind, die größte Gruppe. Jede Minute wurden 20 Menschen neu in die Flucht getrieben. Der Konflikt im Südsudan hat laut den UNHCR-Experten die am schnellsten eskalierende Flüchtlingskrise verursacht. Die Türkei beherbergte die größte Flüchtlingsbevölkerung: 2,9 Millionen Menschen. Syrien bleibt weltweit das größte Herkunftsland von Flüchtlingen (5,5 Millionen). Es folgten Afghanistan und Südsudan.

Gegenüber Ende 2015 habe sich die Zahl der Geflohenen weltweit um 300.000 Menschen erhöht. Syrien, Irak und weiterhin Kolumbien stehen an der Spitze jener Staaten, die von Binnenflucht und -vertreibung betroffen sind. Sie haben auf der Flucht vor Gewalt und Verfolgung ihr Heimatland verlassen.

"Welchen Maßstab man auch nimmt, diese Zahl ist nicht zu akzeptieren. Gemeinsam muss sichergestellt werden, dass die Flüchtlinge, Binnenvertriebenen und Asylsuchenden weltweit angemessen geschützt und versorgt werden, während zugleich Lösungen angestrebt werden", sagte UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi. So zählte beispielsweise Pakistan 1,4 Millionen, der Libanon eine Million, Uganda 941.000 oder Äthiopien 792.000 Flüchtlinge. Deren Fehlen kann Instabilität herbeiführen und hat Konsequenzen für lebenssichernde humanitäre Hilfe oder löst Weiterwanderung aus. Vor dem 2011 begonnenen Bürgerkrieg in Syrien flohen den Angaben nach zwölf Millionen Einwohner, Syrien ist laut dem UNHCR die größte Vertriebenenkrise weltweit. Weltweit waren die Hälfte Kinder. Sie müssen vor allem aufgrund ihrer Vulnerabilität besonders leiden. Zudem seien 4,2 Millionen Iraker auf der Flucht vor Kämpfen und Verfolgung.

Hinter diesen anonymen Zahlen sind die persönlichen Schicksale zahlloser Kinder, Frauen und Männer verborgen, die von Krieg und Vertreibung ins Elend gestürzt wurden.

UNHCR erstellt seinen Bericht Global Trends jährlich auf Grundlage eigener Datenerhebungen sowie von Daten, die von seinem Partner, dem Internal Displacement Monitoring Centre und von Regierungen übermittelt werden.

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