Opferzahl in Waldbrandgebiet in Portugal könnte noch steigen

Bei einem verheerenden Waldbrand in Portugal sind mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen

Bei einem verheerenden Waldbrand in Portugal sind mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen

Lissabon. Bei einem verheerenden Waldbrand in Portugal ist die Zahl der Todesopfer auf 57 gestiegen. Zunächst war die Rede von 39 Opfern, mittlerweile sind es 62.

"Wir stehen vor der schlimmsten Tragödie menschlicher Opfer in der letzter Zeit aufgrund eines solchen Unglücks", sagte der portugiesische Premier António Costa, der ebenso wie Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa am Samstagnacht zur Unglücksstelle gereist war. Das teilte ein Sprecher des Innenministeriums am Sonntag im Unglücksort Pedrógão Grande knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon mit. Einige Ortsteile seien "von den Flammen völlig eingekesselt" worden, sagte Alves. In der Nacht auf Sonntag hatte sich der Bürgermeister von Pedrogao Grande, Valdemar Alves, noch davon überzeugt gezeigt, dass das Feuer gelegt wurde.

Auf einer Straße zwischen Figueiró dos Vinhos und Castanheira de Pera wurden die Menschen in ihren Autos von den Flammen überrascht. Am Samstagnachmittag habe sich über dem betroffenen Gebiet um den Kreis Pedrógão Grande ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei geregnet habe, sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues, am Sonntag der Nachrichtenagentur Lusa. Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten, hiess es. Es gebe einige Dörfer, die "von den Flammen völlig eingekesselt" waren, sagte der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves. Rund um den Ort, der knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon liegt, ist es derzeit sehr heiss mit Temperaturen von weit über 30 Grad. Wie groß die betroffene Fläche ist, blieb zunächst unklar. Spanien kündigte die Entsendung von zwei Canadair-Löschflugzeugen an. Portugals Fußball-Nationalteam gedachte mit einer Schweigeminute vor der Confed-Cup-Partie gegen Mexiko der zahlreichen Todesopfer bei den Waldbränden in der Heimat. Der verheerende Waldbrand mit mehreren Toten in Portugal ist der Polizei zufolge durch Blitzschlag ausgelöst worden. Zudem sei beim Fußball-Weltverband beantragt worden, dass Cristiano Ronaldo & Co. bei ihrem ersten Spiel am Sonntag (17.00 Uhr/Sport1) in Kasan einen Trauerflor tragen. "Es wird alles getan werden, um den Behörden und den Menschen in Portugal in dieser Zeit der Not zu helfen", erklärte der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides. Auch Frankreich entsandte drei Flugzeuge.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drückte Portugals Regierung ihre Anteilnahme an der Waldbrandkatastrophe aus. Bundesaußenminister Gabriel bot Portugal Unterstützung an. "Wir Deutsche trauern angesichts dieser furchtbaren Katastrophe mit Ihnen, den Angehörigen und Freunden der Opfer und mit allen Portugiesinnen und Portugiesen", schrieb der Bundespräsident.

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