Papst würdigt Kohl als "großen Staatsmann und überzeugten Europäer"

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Angela Merkel zeigte sich betroffen über den Tod Helmut Kohls

"Ich verneige mich vor seinem Angedenken".

Bundestagspräsident Norbert Lammert erklärte: "Helmut Kohl hat entscheidend zu den glücklichsten Zeiten beigetragen, die wir Deutschen je hatten". Bundeskanzler Kohl hat gemeinsam mit anderen wie Gorbatschow oder Genscher den vom Volk geforderten Wandel gestaltet und den Weg frei gemacht für ein neues Weltgefüge.

Ähnlich äußerte sich der SPD-Vorsitzende Martin Schulz. Die Stadt Aachen würdigte damals seine Verdienste um Europa. "Ein großer Europäer ist von uns gegangen", so der Grünen-Parteichef. "Es ist eine Geste der Dankbarkeit und der Verehrung gegenüber der politischen Lebensleistung von Helmut Kohl". Und weil das so war, hatte er auch ein so feines Gespür für die Geschichte und die Gefühle unserer europäischen Partner.

Unklar war zunächst, wann und wo es einen Staatsakt für Kohl geben wird. "Er hat mich auf allen europäischen Wegen geleitet und begleitet". Damit habe Kohl Deutschland und Europa auf das 21. Jahrhundert vorbereitet.

Kremlchef Wladimir Putin würdigte Kohl als einen "prinzipiellen Verfechter freundschaftlicher Beziehungen" zwischen Berlin und Moskau. "Wir wollen eine Welt, in der wir multilateral zusammenarbeiten, in der wir keine Mauern aufbauen, sondern einreißen wollen", berichtete Bundeskanzlerin Angela Merkel nach ihrem Gespräch mit Franziskus in der Bibliothek des Apostolischen Palastes. "Ich habe seine Weisheit bewundert und seine Fähigkeit, fundierte, zukunftsweisende Entscheidungen auch in schwierigsten Situationen zu treffen". In Kohls Amtszeit seien bedeutende Ereignisse gefallen wie das Ende des atomaren Wettrüstens, des Kalten Krieges, der Fall der Berliner Mauer und die deutsche Wiedervereinigung.

Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat zum Tod von Helmut Kohl dessen visionäre Führungskraft gewürdigt.

Vatikanstadt - Papst Franziskus hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel in ihrem Einsatz für den Frieden gestärkt.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat auf die Nachricht vom Tod von Altbundeskanzler Helmut Kohl mit großer Betroffenheit reagiert. Das Bild dieses in jeder Hinsicht großen Mannes, seine Leistung, seine Rolle als Staatsmann in Deutschlands historischer Stunde: Das alles steht uns sofort vor Augen. "Es wird aber noch eine Zeit lang dauern, bis wir wirklich ermessen können, was wir mit ihm verloren haben".

"Helmut Kohl hat den Moment erkannt, in dem es möglich war, das Land wieder zu vereinen und zugleich ins Herz Europas zu führen". Sieben Jahre - von 1969 bis 1976 - war Kohl Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Dafür sei sie Kohl ganz persönlich dankbar.

- 16 Jahre, so lange wie bisher niemand vor und nach ihm.

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