Prozess um U-Bahn-Treter von Berlin vertagt

Auf dem Fahndungsvideo ist zur erkennen Die Frau wurde in den Rücken getreten

Prozess wegen Attacke gegen Frau auf U-Bahn-Treppe hat begonnen

Der Prozess um die brutale Attacke gegen eine Frau auf einer Berliner U-Bahn-Treppe muss neu starten. Die Verhandlung vor dem Landgericht der Hauptstadt soll am nächsten Dienstag fortgesetzt werden. Zu Prozessbeginn stellte die Verteidigung einen Befangenheitsantrag gegen eine Schöffin. In einem weiteren Leserbrief soll sie sich in anderem Kontext unangemessen über Menschen mit so genanntem Migrationshintergrund geäußert haben. Er soll die arglose Passantin von hinten eine Treppe hinuntergetreten haben.

Am Donnerstag (15.06.2017) beginnt der Prozess gegen den 28 Jahre alten Swetoslaw S. Ihm wird gefährliche Körperverletzungen zur Last gelegt.

Der Angeklagte muss sich zudem wegen exhibitionistischer Handlungen verantworten.

Zu dem Angriff kam es laut Gericht in einer Nacht Ende Oktober 2016. Die 26-jährige Angegriffene brach sich bei dem Sturz einen Arm und erlitt eine Platzwunde am Kopf. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Das Opfer tritt im Prozess als Nebenklägerin auf. Zwei Wochen vor der mutmaßlichen Attacke im U-Bahnhof soll sich der Verdächtige mitten am Tag auf einem Parkplatz im Stadtteil Reinickendorf vor zwei Frauen entblößt und masturbiert haben, 35 Minuten später habe er dies in einer Grünanlage vor einer Zeugin wiederholt. Der Angeklagte war zunächst untergetaucht. Während viele ihn noch in seiner bulgarischen Heimat vermuteten, wurde er kurz vor Weihnachten in Berlin gefasst, als er auf dem Zentralen Omnibusbahnhof aus Südfrankreich ankam.

BILD hatte die Bilder der Überwachungskamera damals als erstes veröffentlicht, erst kurz darauf zog auch die Polizei nach. Ohne das Video vom U-Bahnhof Hermannstraße wäre der Täter wohl nie ermittelt worden.

Der Angeklagte ist nach Angaben von Ermittlern in Deutschland nicht vorbestraft.

Die abberufene Schöffin war nach Justizangaben erstmals bei einer Großen Strafkammer eingesetzt. In seinem Heimatland soll er bei Polizei und Justiz mehrfach aufgefallen sein - unter anderem wegen Diebstahls und Fahrens ohne Führerschein.

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