Sessions Aussage vor Senat erwartungsgemäß

Will in der Russland-Affäre vor dem Geheimdienstausschuss des Senats aussagen US-Justizminister Jeff Sessions

1 Bilder Video Advertorial

Sessions' Ausstand bei den Russland-Ermittlungen steht indes im Widerspruch zu seiner Rolle bei der Entlassung des FBI-Direktors James Comey. Über die Art und Weise wie Comey die Russland-Untersuchungen führte und wie er das mit Trump erörterte, verweigert Sessions die Aussage.

US-Justizminister Jeff Sessions hat jede Verwicklung in eine russische Beeinflussung der US-Wahl 2016 zurückgewiesen. Er traf in seiner Eigenschaft als Trumps Berater und Senator 2016 mindestens zwei Mal den russischen US-Botschafter Sergej Kisljak. In den zweieinhalb Stunden ging es diesmal mitunter hitzig zu.

Comey hat Sessions nach eigener Aussage nicht über den Inhalt des Gespräches unterrichtet.

Er habe nie mit russischen Regierungsmitarbeitern über Einmischungen in den US- Wahlkampf gesprochen. Er gehört zu den frühen Unterstützern von Trumps Präsidentschaftskandidatur und hat auch seinen Mitarbeiter Stephen Miller in das Wahlkampf-Team geholt. "Ich lese das nicht einmal".

Der US-Justizminister gibt auch zu, dass er Präsident Donald Trump empfohlen habe, Ex-FBI-Chef Comey zu entlassen, nachdem der Präsident ihn darum gebeten habe.

Comey sagte Medienberichten zufolge im nicht-öffentlichen Teil seiner Anhörung vergangene Woche, Sessions habe ein drittes Treffen mit Kisljak verschwiegen. Sessions sagte dazu, er könne sich an eine solche Begegnung mit Kisljak nicht erinnern. Sessions berief sich auf ein ent. Wie andere Vertreter der US-Regierung antwortete er außerdem auf alle Trump selbst betreffenden Fragen nicht oder ausweichend. Das bedeute aber nicht, dass er mauere, sagte Sessions auf ärgerliche Nachfragen demokratischer Senatoren.

"Dies ist eine Kongressuntersuchung". "Ihr Schweigen spricht Bände".

Unter anderem nahm das FBI in diesem Zusammenhang Ermittlungen gegen Trumps kurzzeitigen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn auf.

Das Justizministerium hatte danach erklärt, man selbst und das FBI müssten auf regelgetreue Kontakte mit dem Weißen Haus achten. Und auch zu Comeys Vorwürfen an Trump, vor dem gleichen Gremium, könnte Sessions nicht viel beitragen wollen. Sessions erklärte am Dienstag, er habe nicht geschwiegen, sondern habe Comey gewarnt, das angemessene Protokoll zu befolgen. Später hatte Trump sie mit den Russland-Ermittlungen des FBI begründet, dies warf Fragen auf. Bis zu diesem Zeitpunkt pflegten Sessions und Donald Trump eine innige Beziehung. Er halte es nicht für problematisch, wenn der Präsident direkt mit dem FBI-Chef rede. Es dürfe dabei nur nicht um laufende Ermittlungen gehen.

Trump hat über seinen Anwalt alles abstreiten lassen, was ihn belasten könnte. Er habe sich sowohl während des Wahlkampfs als auch während des Auswahlprozesses zum Minister und dann als Justizminister stets an höchste Standards gehalten. Alles andere seien Vorhalte, die er als Anspielungen zurückweise. Sonderermittler Robert Mueller hat nach einem Bericht der "Washington Post" Ermittlungen gegen Trump aufgenommen. Ex-FBI-Chef Comey hatte diesen Vorwurf aufgebracht. Zuletzt hatte es aus dem Umfeld Trumps geheißen, der Präsident denke darüber nach, Mueller seiner Aufgabe zu entheben. Das Weisse Haus hatte dem allerdings widersprochen.

Falls es tatsächlich ein geheimes Einverständnis zwischen dem Kreml und Trump-Vertrauten gegeben hat, wäre Jefferson Beauregard Sessions wohl kaum daran beteiligt gewesen: Er mag ein reaktionärer Südstaatler sein, ein Mann fürs Grobe aber ist Sessions nicht. Er ist einer der maßgeblichen geistigen Architekten des innen-, justiz- und sozialpolitischen Rechtsrucks in den USA.

Neuesten Nachrichten