SPD-Politiker wollen Straßen und Plätze nach Kohl benennen

Helmut Kohl 1989 bei einem Auftritt in Dresden

Helmut Kohl 1989 bei einem Auftritt in Dresden

Für die Entfremdung von Helmut Kohl und seinen Söhnen machen Wegbegleiter die zweite Frau des Altkanzlers verantwortlich.

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich im Berliner Kanzleramt in das Kondolenzbuch für den gestorbenen Altkanzler Helmut Kohl eingetragen. Demnach soll Kohl im Anschluss an einen möglichen europäischen Staatsakt in Straßburg mit dem Schiff über den Rhein ins rheinland-pfälzische Speyer gebracht werden. Mit Kondolenzbüchern, Trauerbeflaggung und Gedenkwachen wird an ihn erinnert.

Kohls Tod hatte in Deutschland und international Trauer ausgelöst. Die CDU legte in ihrer Zentrale in Berlin ein Kondolenzbuch aus und richtete ein Online-Kondolenzbuch ein. Entscheidungen dazu seien noch nicht gefallen, hieß es am Samstag aus der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz und aus dem Bundespräsidialamt.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird am Montag beim Auftaktspiel zum Confederations Cup gegen Australien mit Trauerflor spielen. Scharping war bei der Bundestagswahl 1994 SPD-Kanzlerkandidat und damit Herausforderer Kohls. Am Samstagabend versammelten sich rund 150 bis 200 Mitglieder der Jungen Union vor dem Wohnhaus des Altkanzlers in Ludwigshafen. Die aus ganz Deutschland angereisten Vertreter der CDU-Nachwuchsorganisation legten Blumen, Kränze und Kerzen vor dem Bungalow im Stadtteil Oggersheim nieder. Der CDU-Politiker hatte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989 mit den Staats- und Regierungschefs Russlands, der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt. Politiker von CDU und SPD sprachen sich am Samstag dafür aus, den "Kanzler der Einheit" durch eine Stiftung oder die Benennung von Straßen und Plätzen nach Kohl zu ehren. Ich habe das versucht, über verschiedene Kanäle, ohne großes Glück. Im Sommer 2011 habe er das letzte Mal mit seinem Vater telefoniert, danach habe er ihn nicht mehr besuchen dürfen, erzählt Walter Kohl. Am Vormittag nennt Papst Franziskus Kohl einen "großen Staatsmann und überzeugten Europäer".

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