Staatsschutz prüft Brandanschlag auf Deutsche Bahn

Die Züge im Dresdner Hauptbahnhof stehen still

Brandstiftung an Kabelanlagen! Bahn-Chaos in ganz Sachsen

Gleich mehrere Kabelbrände haben am Morgen erhebliche Behinderungen im Bahnverkehr Großraum Leipzig-Dresden-Chemnitz sowie Halle an der Saale verursacht. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden an vier Stellen Kabelschächte angezündet und die Signalanlagen beschädigt, darunter in den Leipziger Stadtteilen Mockau und Engelsdorf. Wie die Bahn mitteilt, bemühe man sich in Dresden um ein Ersatzverkehr durch Busse. Die Brandanschläge ereigneten sich in der Nacht zum Montag. "In einigen Fällen konnten Brandvorrichtungen unschädlich gemacht werden, bevor sie Schaden anrichteten", sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Zudem prüft der Staatsschutz nach zwei Bränden an Zuggleisen in Hamburg, ob es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt.

Auf den Regional- und S-Bahn-Strecken müsse mit deutlichen Verspätungen gerechnet werden.

Im Großraum rund um Leipzig, Dresden und Chemnitz sowie in Halle (Saale) kam es zu erheblichen Verspätungen. Die Behörden gehen offenbar von einem politischen Hintergrund der Taten aus, das Operative Abwehrzentrum (OAZ) der Sächsischen Polizei wurde mit den Ermittlungen betraut.

Es sei noch nicht absehbar, wann sich der Zugverkehr wieder normalisieren werden, sagte die Sprecherin.

Ein Berliner Polizeisprecher erklärte, in der Nacht zum Montag habe es nach einem ersten Überblick 13 mutmaßliche Anschläge in mehreren Bundesländern gegeben. Sie sprach von Vandalismus. Das OAZ ist eine für die Aufklärung extremistischer Straftaten zuständige Polizeieinheit.

Auch zwischen Bochum und Dortmund müssen Bahnpendler mit Zugverspätungen rechnen. Die Bahn nutzt die Kabelkanäle neben den Gleisen nicht nur für die interne Signalübermittlung sondern vermietet die Schächte auch an andere Datennetz-Betreiber. Wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte, gehen die Ermittler von Fremdeinwirkung aus. Zwischen Dortmund und Bochum komme aus bei den Linien zu Verspätungen zwischen zehn und fünfzehn Minuten in beiden Richtungen. Hier hatte ein Kabelschacht am S-Bahnhof Treptower Park gebrannt. Weitere Einzelheiten waren zunächst unklar.

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