Terrorismus: Terror von London: Zahl der Todesopfer auf sieben gestiegen

Lieferwagen fuhr in Gruppe: Mehrere Tote

Terror in London: Was wir über den Anschlag wissen - und was nicht

Die Behörden sprechen von "Terrorvorfällen". Dieser fährt weiter zum nahe gelegenen Borough Market, einem beliebten Touristenziel.

Drei mutmaßliche Angreifer wurden nach Polizeiangaben erschossen. Mutige Londoner seien Verletzten selbstlos zur Hilfe gekommen. Die beiden Täter kommen später bei einer Polizeiaktion ums Leben.

Zahlreiche Einwohner und Geschäftsleute in der britischen Hauptstadt bieten gestrandeten Menschen Übernachtungsmöglichkeiten an. Es gibt Berichte, dass ein weißer Transporter auf der London Bridge in Fußgänger hineingefahren ist.

- Die Vermissten: Mehrere Menschen, die am Samstagabend in der Nähe des Tatorts gesehen wurden, werden noch vermisst. Das habe die britische Gesundheitsbehörde NHS mitgeteilt, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Bei dem Terroranschlag waren mehr als 100 Personen verletzt worden.

Der französische Staatspräsidenten Emmanuel Macron schrieb auf Twitter, Frankreich stehe nach der "neuen Tragödie" an der Seite Großbritanniens. "Jetzt reicht's", sagt Premierministerin Theresa May am Sonntag und kündigt kurz vor der Parlamentswahl am Donnerstag eine schärfere Gangart gegen den Terrorismus an. Man dürfe deshalb nicht länger so tun, als könne alles so weitergehen wie bisher. "Etwas muss sich ändern". "Wir müssen viel stärker daran arbeiten, ihn zu erkennen und ihn aus dem Öffentlichen Dienst und der Gesellschaft ausrotten".

May drang zugleich auf eine bessere Überwachung und Regulierung des Internets und von Messenger-Diensten an. Die Terroristen griffen ihre Opfer zuerst mit einem Kleintransporter und dann mit Messern an. "Das war wie ein Amoklauf", zitierte die BBC einen Zeugen.

Anschließend seien die Täter zu Bars und Restaurants in der Umgebung gegangen. Alle drei dieser Täter seien tot, sagte Polizeichefin Cressida Dick. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte ein Selbstmordattentäter nach einem Konzert des Teenie-Stars Ariana Grande in Manchester mit einer Bombe 22 Menschen in den Tod gerissen. Die Terrorattacke auf der London Bridge erinnert auch an den Angriff vom 22. März.

Ende März war ein Mann auf der Westminster-Brücke in London mit hohem Tempo in Fussgänger gefahren. Die drei Attentäter wurden erschossen.

Die Polizei sprach von "Terrorvorfällen", zunächst übernahm niemand die Verantwortung. Dabei handelte es sich aber um eine Messerstecherei, die nichts mit den Terrorrattacken im Zentrum zu tun habe, teilte Scotland Yard mit.

Nach dem Terroranschlag wollen die britischen Parteien ihren Wahlkampf aussetzen. International löste das Attentat Bestürzung aus.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat die Terrorangriffe als "gezielte und feige Attacke" auf unschuldige Londoner und Besucher bezeichnet. Die Polizei sperrte große Areale in der Stadt ab. Sie bat die Menschen, nicht leichtfertig Videos und Bilder von den Tatorten in Umlauf zu bringen. "Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

US-Präsident Donald Trump sagte Grossbritannien unterdessen die Unterstützung seines Landes zu. Er verwies auf frühere Angaben, wonach zwölf Menschen im Stadtteil Barking festgenommen worden waren. CNN zufolge hatte sich Khan mit seiner Äußerung aber auf die Präsenz von Soldaten auf der Straße bezogen. "Dies ist für Allah", rufen die Terroristen nach Augenzeugenberichten, als sie auf ihre Opfer losgehen. In der Nacht zum Montag sollte die Beleuchtung des Eiffelturms zeitweise erlöschen.

Erneut wird Großbritannien von einer Terrorattacke erschüttert.

Premierministerin Theresa May erklärte, die Vorfälle würden als potenzielle Terrorangriffe gewertet. Unter anderem könnten May Entscheidungen aus ihrer Zeit als Innenministerin zum Verhängnis werden. Die Flaggen im Regierungsbezirk im Herzen von London sollen bis Dienstagabend auf halbmast wehen.

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