Trump-Vertraute Pence und Kushner im Visier von Sonderermittler Mueller

Der Präsident müsse die Ermittlungen endlich ernst nehmen.

Bereits in den kommenden Tagen wolle das mit weitreichenden Vollmachten ausgestattete Expertenteam Muellers mehrere Chefs der US-Geheimdienste befragen. Coats und Rogers sollen sich geweigert haben, dieser Aufforderung nachzukommen, und Rogers-Stellvertreter Ledgett habe dies schriftlich in einem Memorandum festgehalten.

Neben Kushner stehen dem Bericht zufolge auch weitere Trump-Vertraute im Fokus der Ermittlung, unter anderem Trumps erster nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Verhalten Donald Trumps in der Russland-Affäre zu erklären: Haben ihn seine Ungeschicklichkeit und Impulsivität in den Verdacht gebracht, die Justiz bei der Aufklärung zu behindern?

Nicht erfreut: US-Präsident Donald Trump schäumt über "eine faule Geschichte zu Absprachen mit den Russen". Der Präsident weist alle Vorwürfe zurück. Der Vorwurf der Justizbehinderung hatte 1974 im Zuge der Watergate-Affäre zum Rücktritt von Präsident Richard Nixon geführt. "Angeführt von einigen sehr bösen und sich widersprechenden Leuten". Und zwar durch den Sonderermittler Robert Mueller höchstselbst. Laut unbestätigten Berichten hatte Trump Coats und Rogers angerufen, um sie zur Behinderung der FBI-Untersuchung zu drängen. Demnach haben die Ermittlungen nach der Entlassung von FBI-Chef James Comey am 9. Mai begonnen.

Bislang drehten sich diese Ermittlungen um die Russland-Affäre.

Trump ist bereit, Comeys Aussagen unter Eid zu widersprechen Der US-Präsident teilt mit, dass er dem Ex-FBI-Chef kein Loyalitätsversprechen abnehmen wollte. Das Blatt berief sich auf fünf namentlich nicht genannte Gewährsleute.

Robert Mueller war noch kaum zum Sonderermittler in der Russland-Affäre bestellt worden, da raunte die "Washington Post": "Das Weiße Haus hat allen Grund zur Panik". Im Kongress haben Trumps Republikaner die Mehrheit inne. Die Informationen der "Washington Post" bedeuten in keiner Weise, dass der Präsident Dreck am Stecken hat. Dass Ermittlungs-Interna an die Presse geraten seien, sei "skandalös, unentschuldbar und illegal", erklärte er. Das Memo wird nun von Mueller, der von Rosenstein eingestellt wurde, untersucht. Laut Comey hatte Trump zuvor vergeblich versucht, ihn zur Einstellung der Ermittlungen wegen möglicher illegaler Geschäfte oder Absprachen mit Moskau im Wahlkampf zu nötigen.

Zuletzt hatte es aus dem Umfeld des Präsidenten geheißen, Trump erwäge eine Entlassung von Sonderermittler Mueller. Ein solcher Schritt würde den Verdacht gegen den Präsident jedoch nur noch weiter stärken. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass Mueller auch gegen Trump persönlich ermittelt. Das Weiße Haus hatte gerade die Spekulation ausgetreten, dass Trump den Sonderermittler via Anweisung an das Justizministerium feuern lassen könnte. Mueller sagte der "Washington Post" später, das sei einer von zwei Momenten in seiner Karriere gewesen, auf die er am wenigsten stolz sei. Mueller soll die volle Kontrolle über die Ermittlungen erhalten.

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