Türkisch-islamische Gemeinde für Anti-Terror Demo

Muslim Demo Terror Köln

Schon 2004 protestierten Demonstranten in Köln gegen Terror. Bei der Neuauflage am Samstag wird die Ditib nicht dabei sein

Es sei bedauerlich, dass nicht alle islamischen Dachverbände die Initiative unterstützten. Deshalb biete sich der Ramadan ganz besonders an, um auf die Straße zu gehen und ihnen aus voller Kehle entgegen zu rufen: "Ihr seid nicht wir, und wir sind nicht ihr!".

Unter dem Motto "Nicht mit uns "soll die Kölner Demonstration laut den muslimischen Veranstaltern ein "mächtiges Zeichen gegen Gewalt und Terror "setzen".

Köln. Am Samstag wollten in Köln Tausende Muslime gegen Terror protestieren. Verbände wie der Zentralrat der Muslime oder die Türkische Gemeinde und zahlreiche Politiker hatten parteiübergreifend für eine Teilnahme geworben.

Zu den Unterzeichnern des Demoaufrufs gehören ebenso Navid Kermani, Friedenspreisträger des deutschen Buchhandels, die TV-Moderatorin Nazan Eckes, der Schriftsteller Feridun Zaimoğlu und der Anwalt Mehmet Daimagüler, der im Münchener NSU-Prozess Vertreter der Nebenklage ist.

Muslime und Friedensaktivisten wollen gegen islamistischen Terrorismus demonstrieren.

Lamya Kaddor und ihre Mitstreiter haben versucht, es vielen Recht zu machen.

Als Regierungssprecher Steffen Seibert in der Bundespressekonferenz darauf angesprochen wurde, wie die Kanzlerin die Absage bewerte, äußerte er sich zurückhaltend. Es sei ihm "schleierhaft, dass Ditib diese Möglichkeit nicht nutzt, um ein klares Signal des Zusammenhalts zu senden", sagte er der "Berliner Zeitung". Hinzu kommt, dass die größte Mehrheit der Opfer des islamistischen Terrorismus Muslime sind, vor allem in den islamisch geprägten Ländern. Das scheine Ditib nicht verstanden zu haben.

Bei den Muslimen in Deutschland verändert sich gerade einiges: In Berlin dürfen in einer Moschee nun zum Beispiel auch muslimische Frauen predigen - gleichberechtigt mit Männern zusammen. Zudem sei fastenden Muslimen nicht zumutbar, "stundenlang in der prallen Mittagssonne bei 25 Grad zu marschieren und demonstrieren", heißt es in dem Schreiben. Der Sonnabend fällt in die Zeit des Ramadan, an dem gläubige Muslime tagsüber nichts essen und trinken. "Öffentlich wirksame Aktionen begrüßen wir, lehnen jedoch die Art und Weise, wie dieser angekündigte Marsch organisiert wurde, ab". "Diese Form ist eine öffentliche Vereinnahmung und Instrumentalisierung", erklärte der größte Islamverband Deutschlands. "Wir haben schon bisher jeden Anschlag aufs Schärfste verurteilt", sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. Wie der Ditib-Landesverband im Saarland zu der viel kritisierten Absage steht, war am Freitag nicht zu erfahren. Beck vermutet dahinter eine Intervention aus der Türkei. Die Vielschichtigkeit muslimischen Lebens weltweit zeigt vielmehr, dass es den Islam gar nicht gibt.

Zuvor hatte die die Kritik des Islamverbands Ditib für Wirbel gesorgt.

Der einflussreiche AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroğlu zeigte sich zufrieden mit der Ditib-Entscheidung.

Einige Beobachter vermuten, dass die Absage von DİTİB auch etwas mit einem Machtkampf in der türkischen Religionsbehörde Diyanet zu tun haben könnte: Deren aktueller Chef Mehmet Görmez wurde zwar von der AKP in sein Amt berufen, gilt aber eher als Vertreter eines gemäßigten Flügels, der im letzten Jahr zusammen mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoğlu weitgehend entmachtet wurde.

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