Verhofstadt: Rückweg in die EU für Großbritannien offen

Die Zeit ist knapp Big Ben in London

Verhofstadt: Rückweg in die EU für Großbritannien offen

Er reagierte damit auf Äußerungen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und des deutschen Außenministers Sigmar Gabriel, Großbritannien könne doch weiter in der EU bleiben. Der EU-Brexit-Beauftragte, Guy Verhofstadt, zeigt sich offen für einen Verbleib der Briten in der EU. EU-Unterhändler Michel Barnier und der britische Brexit-Minister David Davis versuchen, vor dem Ausscheiden Großbritanniens im März 2019 ein Abkommen über eine gütliche Trennung zustande zu bringen.

Allerdings gäbe es dann für die Briten keine Sonderwünsche oder Rabatte mehr. Mit dem Brexit und dem Austritt aus dem Binnenmarkt werde die Freizügigkeit von EU-Bürgern enden, aber die Mitgliedschaft in der Zollunion solle verhandelbar bleiben. Laut "Handelsblatt" hat die EU-Kommission die ausstehenden britischen Zahlungen in einer Arbeitssitzung mit Vertretern der EU-Mitgliedstaaten am 1. Juni auf brutto 99,6 Milliarden Euro geschätzt. May hat bereits mehrfach erklärt, sie wolle einen neuen Zollunion-Deal mit der EU.

Unterdessen warnte Schatzkanzler Philip Hammond vor einer Vereinbarung, der die britische Wirtschaft "zerstören" könne.

All das müsse aber schrittweise entschieden werden, sagte der Schatzkanzler. So kündigte die oppositionelle Labour-Partei an, für den Verbleib in der Zollunion zu werben. Es sprach von einer möglichen Übergangslösung für einige Jahre, bis man eine neue Lösung finde. Zwar sei keine Vereinbarung ein "sehr, sehr schlechtes Ergebnis", aber noch schlimmer wäre eine Vereinbarung, die die "Lebenssäfte aus unserer Wirtschaft" zöge. Ziel ist unter anderem, die eigene Politik stärker selbst zu bestimmen und die Zuwanderung von EU-Bürgern nach Großbritannien zu begrenzen. Spekulationen über eine Neuausrichtung der Brexit-Politik erteilte London aber eine Absage. Die EU möchte, dass ihre in Großbritannien ansässigen Bürger dieselben Rechte behalten wie Einheimische und dass sie sie vor dem Europäischen Gerichtshof einklagen können. Deshalb beharrt May auf einem Austritt auch aus der Zollunion.

Die Europäische Union hält die Tür für Großbritannien offen.

Der Schutz der Rechte der EU-Bürger in Großbritannien und der britischen Bürger in der EU soll möglichst zu Beginn der zweijährigen Verhandlungen geklärt werden.

Davis hatte angekündigt, am Montag ein "grosszügiges Angebot" zum Auftakt der Brexit-Gespräche mit nach Brüssel zu bringen. "Solange die Briten noch Teil der EU sind, wird sich nichts an den Rechten der EU-Bürger in Grossbritannien ändern", sagte der Belgier.

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