Zeitung: Sonderermittler ermittelt gegen Trump

US-Justizminister muss im Senat mit harten Fragen rechnen

Sessions bestreitet Vorwürfe in Russland-Affäre

Was haben die beiden besprochen?

Ob Trump die dafür notwendigen Bedingungen mit seiner Äußerung gegenüber Comey erfüllt, wonach der Präsident hoffe, dass dieser die Ermittlungen gegen Michael T. Flynn fallen lasse, ist Gegenstand vieler über Medien ausgetragenen Debatten und Gegendarstellungen vonseiten des Trump-Lagers, aber bislang nichts, das relevant und hinreichend genug wäre, dass ein Verfahren eingeleitet wird. Jegliche Andeutung in diese Richtung sei "eine erschreckende und verabscheuungswürdige Lüge", die seinen jahrzehntelangen Dienst am Staat in den Schmutz ziehe, sagte Sessions am Dienstag in einer emotionalen Aussage vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats. Der ging mit diesen Worten in die Offensive. Wenn es einen "kurzen Austausch" mit russischen Regierungsmitarbeitern während des damaligen Empfangs gegeben haben sollte, sei ihm davon nichts haften geblieben. Dass er etwas mit geheimen Absprachen zu tun haben könne, bezeichnete Sessions als entsetzliche und abscheuliche Lüge.

Traf Sessions Kisljak ein drittes Mal?

Ja, er habe Kisljak vielleicht im Vorübergehen im April 2016 bei einer Wahlkampfveranstaltung in einem Washingtoner Hotel gesehen, beim Parteitag der Republikaner im Sommer letzten Jahres und im September in seinem Senatsbüro. Zu keiner Zeit habe er mit russischen Stellen über eine Einmischung in die Präsidentschaftswahl 2016 gesprochen oder anderweitig Verbotenes getan. Er verwies auf die Vertraulichkeit der Gespräche mit dem Präsidenten. Zudem solle auch überprüft werden, ob das Justizministerium im vergangenen Jahr rechtswidrig versuchte, die Ermittlungen in der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton kleinzureden. Zuletzt fungierte Mueller als Schlichter im VW-Abgasskandal - jetzt ermittelt er in der Russland-Affäre gegen US-Präsident Donald Trump. Dass russische Hacker eingegriffen hatten, gilt nach Einschätzung der US-Geheimdienste als gesichert.

Gibt es noch weitere Anhaltspunkte für Ermittlungen gegen Trump? .

Comey bezichtigte bei seinem Auftritt den amtierenden Präsidenten Trump als "Lügner", eine Anklage, die seit dem Wahlkampf mit Trump verknüpft wird und die Medien gerne aufnehmen, zumal den großen wie New York Times oder Washington Post von Trump seinerseits vorgeworfen wird, dass sie nur Fake News über ihn verbreiten.

In den amerikanischen Medien tauchen regelmäßig Meldungen auf, meistens unter Verweis auf anonyme Quellen, in denen von angeblichen Kontakten der Mitglieder des Wahlkampfstabes von Donald Trump mit russischen Beamten und Geschäftsleuten die Rede ist.

Unklar ist, ob Trumps Äußerung gegenüber Comey der einzige Anhaltspunkt für die Ermittlungen sind. Diesmal ist Justizminister Sessions dran.

Inmitten all dem zeichnen sich neue Turbulenzen um eine andere Personalie der Ära Trump ab: Der frühere FBI-Chef Robert Mueller, der erst Mitte Mai als Sonderermittler für die Russland-Affäre berufen worden war, gerät laut "Politico" immer stärker unter Beschuss. Unter anderem habe er sich bei der Untersuchung zu Hillary Clintons E-Mail-Praktiken unangemessen verhalten. Sessions sagte, die zwei Treffen seien in jeder Hinsicht angemessen gewesen.

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