Zweite Runde der Parlamentswahl in Frankreich

Emmanuel Macron

Der französische Präsident Emmanuel Macron kann mit einem positiven Ergebnis rechnen

Die Beteiligung war damit noch deutlich schwächer als im ersten Wahlgang vor einer Woche, als bis zum späten Nachmittag rund 40,8 Prozent abgestimmt hatten.

Paris - Das Mitte-Lager des französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat die die Parlamentswahl nach noch unvollständigen Ergebnissen klar gewonnen. 43,40 Prozent nur soll die Wahlbeteiligung demnach betragen haben - das wäre der bislang niedrigste Wert bei einer Parlamentswahl seit Gründung der Fünften Republik 1958. Angaben des Innenministeriums aus der Nacht zufolge kamen Macrons Partei La République en Marche und die verbündete Zentrumspartei MoDem zusammen auf 331 der insgesamt 577 Sitze.

Zwei Meinungsforschungsinstitute erwarten sogar, dass die Unterstützer von Macron bis zu 470 der 577 Mandate erobern. Er will in den kommenden Monaten unter anderem eine umstrittene Lockerung des Arbeitsrechts auf den Weg bringen. Die Wahllokale öffnen um 8 Uhr und sind bis 18 Uhr geöffnet, in großen Städten zwei Stunden länger. Die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mussten eine weitere herbe Niederlage einstecken.

Mit einer absoluten Mehrheit hätte Macron freie Fahrt für seinen Reformkurs. Bei der Präsidentenwahl hatte Le Pen im ersten Wahlgang landesweit noch 21,3 Prozent der Stimmen bekommen. Dabei gilt ein reines Mehrheitswahlrecht, das es für kleine Parteien schwer macht, Mandate zu gewinnen. Nur vier Sitze wurden bereits in der ersten Runde vor einer Woche vergeben, im Rest der Wahlkreise sind die am Sonntag stattfindenden Stichwahlen nötig. In mehreren französischen Überseegebieten wurde wegen der Zeitverschiebung bereits am Samstag gewählt.

Die Sozialisten von Macrons Vorgänger François Hollande waren schon im ersten Wahlgang dramatisch abgestürzt, Umfrageinstitute sahen die moderate Linke und die Grünen zuletzt zusammen bei höchstens 35 Sitzen. Allerdings gibt es in den Reihen der Republikaner verschiedene Lager: Manche stehen einer Zusammenarbeit mit Macron offen, während andere auf eine klare Abgrenzung setzen. Die Front National von Rechtspopulistin Marine Le Pen dürfte weiterhin keine große Rolle im Parlament spielen - allerdings hat Le Pen selbst Chancen, in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich erstmals in die Nationalversammlung gewählt zu werden.

Die radikale Linke mit Jean-Luc Mélenchon kann 12 bis 30 Abgeordnete erwarten.

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