Justiz in Belgien schlägt zu | Razzia wegen Eier-Skandal

Eier werden auf Rückstände untersucht

NOZ: Deutsche Geflügelwirtschaft fordert im Fipronil-Skandal Aufklärung von EU-Kommission

Auch in Österreich tauchten belastete Eier auf. Die belgische Lebensmittelsicherheitsbehörde FASNK erfuhr am 2. Juni von einem Fipronil-Verdachtsfall in Belgien, informierte die anderen EU-Staaten aber erst am 20. Juli.

Derweil weitete sich der Skandal in Grossbritannien weiter aus.

Die Strafverfolger haben gemäss der niederländischen Staatsanwaltschaft insgesamt acht Wohnungen oder Büros in den Niederlanden und in Belgien durchsucht.

Die Männer stehen im Verdacht, bei der Säuberung von Hühnerställen bewusst das Insektengift Fipronil eingesetzt zu haben. Die Verbraucherzentrale erhielt nach eigenen Angaben auch Informationen über komplett ungestempelte Eier und erinnerte daran, dass dies eine Pflichtangabe sei.

Der Skandal um die Gift-Eier schlägt in den Niederlanden und in Belgien nicht nur politisch immer höhere Wellen. Im Land ist nach Angaben der Ministerin bisher kein Fipronil in Legehennenbetrieben eingesetzt worden. Niederländischen Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Unternehmen um die niederländische Firma Chickfriend. Die dortigen Behörden seien bereits im November 2016 über die Verunreinigungen im Bild gewesen, hätten diese Information aber nicht weitergegeben, sagte der belgische Landwirtschaftsminister Denis Ducarme am Mittwoch während einer Parlamentsanhörung zu dem Skandal in Brüssel. Eine Rückrufaktion laufe, sagte der zuständige Landesrat Rudi Anschober am Donnerstag.

Unterdessen weiter sich der Fipronil-Skandal in Großbritannien aus. Die Behörde für Lebensmittelsicherheit in London teilte am Donnerstag mit, dass vermutlich rund 700'000 mit Fipronil belastete Eier ins Vereinigte Königreich gelangt seien. Experten waren ursprünglich noch von 21'000 Eiern ausgegangen.

Es gab Dutzende Nachweise in Eiern niederländischer Produzenten, Millionen dieser Eier waren nach Deutschland, die Schweiz und Schweden geliefert worden. Beide Seiten wiesen Vorwürfe der Tatenlosigkeit allerdings zurück.

Die EU-Kommission beobachte die Lage sorgfältig, sagte ein Sprecher. Die Bürger erwarteten entschiedenes, abgestimmtes und transparentes Handeln aller Beteiligten. Es sei aber "vorrangig die Verantwortung der Mitgliedstaaten, die Untersuchungen durchzuführen und die angemessenen Maßnahmen zu ergreifen". Die Kommission werde weiterhin alles dafür tun, sie zu unterstützen und stehe auch bereit, mit den Mitgliedstaaten über mögliche Verbesserungen der aktuellen Warnsysteme zu diskutieren.

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