Köln: "Kultursensible Toilette" für Moslems

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Das Bürgerzentrum Alte Feuerwache im Agnesviertel

In Köln wollten sich die Mitglieder eines multikulturellen Bürgerzentrums besonders weltoffen zeigen und planten bei der Renovierung des Gebäudes eine "kultursensible Toilette" ein. "Eine solche Toilette entspriche eher dem, was in islamisch geprägten Ländern üblich ist", erklärt Konrad Müller vom Vorstand des Bürgerzentrums. Beim Stuhlgang muss sich der Benutzer hinhocken. Damit sich die Mohammedaner wie daheim fühlen, soll ihnen die Möglichkeit gegeben werden, auf Toilettenpapier zu verzichten. Bemerkenswert ist auch, dass diese Toilette nicht in Ost-West-, sondern in Nord-Süd-Richtung gebaut werden müsse.

In dem soziokulturellen Zentrum wird Flüchtlingen ein breites Angebot gemacht: Kochveranstaltungen, Kurse und ein Café sollen den Kontakt zwischen Migranten und Kölnern fördern. Die Toilette sei schließlich nicht nur Muslimen vorbehalten. Auch die heimische Bevölkerung könne so etwas über andere Kulturen lernen, ergänzt ein anderer Vereinsvorstand.

"Wir möchten den Menschen aus diesen Ländern damit das Gefühl geben, dass sie hier zu Hause sind", führte Müller weiter aus.

Insgesamt liegen die Kosten für die Sanierung der Halle des Zentrums bei rund 1,2 Millionen, die der Kölner Stadtrat im Juli bewilligt hat. Der Mehraufwand halte sich zudem mit nur rund 100 Euro in Grenzen. Jetzt einigte man sich auf die Errichtung einer "kultursensiblen Toilette".

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