Merkel offen für mehr Flüchtlinge in der EU

Flüchtlinge auf dem Weg durch Slowenien Richtung Grenzübergang Spielfeld im Oktober 2015

Merkel verspricht mehr Geld für Flüchtlinge

Dies sei eine Zahl, die "eine Europäische Union mit 500 Millionen Einwohnern wohl verkraften kann", sagte Merkel nach einem Treffen mit dem UNO-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi und dem Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration (IOM), William Lacy Swing, in Berlin.

Grandi sagte, es gebe nun zunehmend auch Libyer, die ihr Land auf Flüchtlingsschiffen Richtung EU verließen. Sie würde aber voraussetzen, dass man die illegale Zuwanderung besser in den Griff bekomme.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und Vizekanzler Sigmar Gabriel hatten während Merkels Urlaub vor der Rückkehr der Flüchtlingskrise nach Europa gewarnt und aufgerufen, das Thema im Wahlkampf nicht zu verschweigen. "Ich sehe jedenfalls für Deutschland, dass wir bereit sind für unseren Teil zu tragen und ich denke auch andere Länder werden dazu bereit sein".

Der Zustrom von Flüchtlingen aus Afrika nimmt massiv

Doch man käme der Lösung Stück für Stück näher, betonte Merkel. Sie verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Aufnahme von Flüchtlingen im Rahmen des EU-Abkommens mit der Türkei, wo Deutschland bereits in Vorleistung gegangen sei. Davon sollen 1600 Menschen nach Deutschland kommen.

Für die Chefs der beiden internationalen Hilfsorganisationen hatte Bundeskanzlerin Merkel am Freitag eine gute Nachricht: Mehr Geld. Merkel stellte bis zu 50 Millionen Euro in Aussicht und erklärte zudem, sie halte es für möglich, dass die EU pro Jahr rund 40.000 Flüchtlinge aufnehme und damit doppelt so viele wie bisher zugesagt. In Libyen etwa sei die Situation heute eine ganz andere als noch vor einem Jahr. "Wir bleiben hierüber im Gespräch, wir werden das sehr gut austarieren - aber am Geld darf diese Arbeit nicht scheitern", betonte die Kanzlerin. Ausdrücklich würdigte er Merkels umstrittene Entscheidung vom September 2015, Migranten und Flüchtlinge aus Ungarn ins Land zu lassen.

Im vergangenen Jahr waren weltweit 65,5 Millionen Menschen vor Krieg, Gewalt und Verfolgung auf der Flucht, 300 000 mehr als im Jahr davor. Jeder Fünfte stammte aus Syrien, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR im Juni berichtet hatte.

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