Nordkorea mit konkretem Plan für Guam-Angriff in den nächsten Tagen

Stützpunkt in Guam

Stützpunkt in Guam

Der Gouverneur beschwichtigt die Bewohner des kleinen Eilands.

Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhua kritisierte den verbalen Schlagabtausch zwischen den USA und Nordkorea scharf. Damit bestätigt er die Videobotschaft von Guams Gouverneur Eddie Bazzo Calvo am Mittwoch, in der er eine akute Gefährdung ausschloss und das Weiße Haus zitierte, die Bedrohungsstufe sei nicht gestiegen. Die USA sollten ihre "rücksichtslosen militärischen Provokationen" unterlassen, sodass man nicht "gezwungen" sei, eine "unvermeidliche militärische Entscheidung" zu treffen, sagte ein Armeesprecher laut KCNA.

Im 3400 Kilometer entfernten Guam zeigten sich die Sicherheits- und Verteidigungsvertreter der Insel gewarnt, aber nicht panisch.

Heute leben rund 6.000 Einsatzkräfte des US-Militärs auf der Insel auf knapp einem Drittel des Territoriums. Denn die Insel, mit 545 Quadratkilometern halb so groß wie Berlin, gehört zum nichtinkorporierten US-Außengebiet. Man sei darauf vorbereitet, die "Provokationen" Nordkoreas umgehend zu kontern. Die auf Guam stationierten Truppen sollen im Krisenfall den US-Verbündeten Japan, Südkorea, den Philippinen und Taiwan beistehen, aber auch permanent die wichtigen Seehandelsrouten in der Region schützen.

Bereits seit Beginn der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel um das Jahr 2000 bauen die USA ihre Militärpräsenz in ihrem westlichsten Territorium aus. Der Pentagonchef dagegen warnte Nordkorea vor der "Vernichtung" des eigenen Volkes. Nordkorea reagierte darauf trotzdem mit der Drohung, mehrere Raketen auf Guam abzufeuern.

2004 kamen die ersten B-52-Bomber. "Und ich bin nicht sicher, dass Präsident Trump zum Handeln bereit ist", sagte McCain dem US-Radiosender KTAR. Im gleichen Jahr vereinbarten die USA mit Japan die Verlegung von rund 5000 Marineinfanteristen von Okinawa nach Guam. Die Raketen sollten demnach 30 bis 40 Kilometer vor Guam im Meer niedergehen.

China sieht sich als ein Ziel der Aufrüstung auf Guam und beobachtet die Entwicklung misstrauisch.

Der Streit um das Atomprogramm Nordkoreas eskaliert dramatisch: Mit "Feuer und Zorn" werde er antworten, falls es Nordkorea wagen sollte, weiter Drohungen gegen die Vereinigten Staaten auszustoßen, sagte US-Präsident Donald Trump am Dienstag. Die chinesische Marine hat ihre Aktivitäten in den Gewässern verstärkt. Nordkorea solle "die Kurve kriegen" oder das Land werde in Schwierigkeiten geraten, "wie es wenige Nationen jemals gewesen sind", so Trump. Als Reaktion kündigte das Pentagon damals die Thaad-Stationierung an. Aktuell wohnen etwa 163.000 Menschen dort, die meisten philippinischer oder indigener Abstammung.

Weitaus bedeutender als die 1.000 Einwohner zählende Hauptstadt ist aber die 25 Kilometer nördlich gelegene Andersen Air Force Base der US-Luftwaffe, die während des Zweiten Weltkriegs errichtet und nach einem Brigadegeneral benannt wurde. Abgesehen davon spricht die schiere Größe des Raums, für den das in Honolulu ansässige amerikanische Pazifik-Kommando zuständig ist, für die abgelegene Insel: In das Verantwortungsgebiet des Pazifik-Kommandos fallen fast 60 Prozent der Weltbevölkerung, mehr als 50 Prozent der Erdoberfläche und 16 Zeitzonen.

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