Nordkorea und USA überziehen sich mit Drohungen

Nordkorea droht mit Angriff mit ballistischen Raketen auf Guam

Nordkorea und USA wetteifern mit Drohungen

Es ist kaum möglich, Nordkorea dazu zu bringen, sein Raketen- und Atomwaffenprogramm aufzugeben.

Trump hatte Nordkorea zuvor gewarnt: Wenn das Land weiter Drohungen gegen Amerika ausspreche, werde man antworten "mit Feuer und Zorn, so wie die Welt es noch nicht gesehen hat".

Die Tatsache, dass der vorgestellte Plan so spezifisch ist, deutet darauf hin, dass Nordkorea tatsächlich einen Raketenstart vorbereitet. Der Diktator hatte zuvor gedroht, die US-Basis auf der Insel Guam zu "neutralisieren". Am Mittwoch schreib Trump auf Twitter: "Mein erster Befehl als Präsident war es, das nukleare Arsenal zu erneuern und zu modernisieren". Trump sei "in kriegerischer Stimmung" gewesen. "Nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen". Mit seinem "Feuer-und-Zorn"-Auftritt hat der Commander-in-Chief der größten Streitmacht der Erde ohne Not eine rote Linie gezogen".

US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, beide werden oft als unberechenbar und irrational beschrieben. Man werde bis Mitte August Pläne fertigstellen, nach denen vier Raketen über Japan fliegen und etwa 30 bis 40 Kilometer vor Guam ins Meer stürzen sollen. Bei einer flacheren Flugkurve hätte sie eine Reichweite von rund 10.000 Kilometern erzielen können - genug, um US-Metropolen wie Los Angeles oder Chicago zu treffen. Nach Einschätzung von Experten könnten solche Raketen das amerikanische Festland erreichen, wenn sie auf eine flachere Flugbahn geleitet würden. Mit einer Abweichung von höchstens fünf Kilometern sei ein versehentlicher Beschuss aber sehr unwahrscheinlich. Nordkorea könnte zudem versuchen, Japan mit Mittelstreckenraketen ins Visier zu nehmen. "Es ist möglich, dass Nordkorea bereits die Verkleinerung von Nuklearwaffen gelungen ist und dass das Land atomare Sprengköpfe erlangt hat", heisst es in dem am Dienstag veröffentlichten Weissbuch des Verteidigungsministeriums in Tokio. Diese hochbrisanten Worte könnten Gewicht beim Präsidenten haben - schließlich predigte Jeffress auch bei Trumps Amtseinführung.

Auch John Delury von der Yonsei-Universität in Seoul vermutet, dass Nordkorea sich mit den detaillierten Angaben absichern will. Er gehe davon aus, dass Trump die Fähigkeit der USA habe bekräftigen wollen, sich und ihre Verbündeten gegen jeglichen Angriff zu verteidigen. Man sei darauf vorbereitet, die "Provokationen" Nordkoreas umgehend zu kontern.

Anders klang das allerdings bei Verteidigungsminister James Mattis: "Die Demokratische Volksrepublik sollte jeden Gedanken an Handlungen aufgeben, die zum Ende ihres Regimes und zur Vernichtung ihres Volkes führen würden".

Auf der Insel Guam befindet sich ein wichtiger US-Militärstützpunkt im Pazifik. Eine Sprecherin seines Ministeriums war danach um Erklärungen bemüht. Deutschland und alle europäischen Staaten müssten den USA klar machen, dass dies nicht ihre Politik sei, sagte er.

Die jüngsten Äußerungen Trumps wurden in dem Bericht als "ein Haufen Unsinn" bezeichnet. Der US-Präsident zweifelte an, dass die jüngst ausgesprochenen UNO-Sanktionen den erwünschten Effekt haben würden.

Im Atomkonflikt zwischen den USA und Nordkorea hat sich der Ton deutlich verschärft.

Angesichts des Säbelrasselns zwischen den USA und Nordkorea forderte der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den NATO-Partnern eine Distanzierung von Trump.

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