Provokationen gehen weiter - Nordkorea droht erneut mit Angriff

Symbolbild

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US-Präsident Donald Trump hat im Streit mit Nordkorea der Führung in Pjöngjang indirekt militärische Gewalt angedroht. "Vielleicht war sie nicht scharf genug", sagte er in seinem Urlaubsdomizil in Bedminster. Nordkorea sollte sein Atom- und Raketenprogramm einstellen, während die USA und Südkorea ihre Militärmanöver aussetzen, um an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zur Rolle der Bundesregierung sagte Annen: "Deutschland unterhält als eines von wenigen Ländern diplomatische Beziehungen zu Nordkorea".

Trump fügte aber auch hinzu, dass die USA jederzeit Verhandlungen erwägen müssten. Der US-Präsident zweifelte an, dass die jüngst ausgesprochenen UN-Sanktionen den erwünschten Effekt haben würden. "China kann viel mehr tun", sagte er.

Auf die Frage, was die USA noch mehr zu bieten hätten als "Feuer und Wut", antwortete Trump: "Wir werden sehen". Die Raketen sollten demnach 30 bis 40 Kilometer vor Guam im Meer niedergehen. Dem nordkoreanischen Militär gehe das "ziemlich auf die Nerven". Für die USA bietet es sich an, Guam als strategischen Vorposten aufzurüsten: Da es US-Territorium ist, muss die Regierung in Washington keine komplizierten Abkommen mit anderen Staaten aushandeln oder das Risiko eingehen, im Falle einer Krise oder eines politischen Kurswechsels die Stützpunkte zu verlieren. Denn Peking hat noch den größten Einfluss auf den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un. Der nördliche Nachbar werde die "harte und resolute Vergeltung der Alliierten" zu spüren bekommen, sagte der Generalstabschef der südkoreanischen Streitkräfte, Roh Jae Cheon.

Guams Gouverneur Eddie Calvo reagierte gelassen auf die Drohungen aus Pjöngjang.

Trump betonte in dem Kurzbotschaftendienst: "Mein erster Befehl als Präsident war es, unser Atomwaffenarsenal zu erneuern und zu modernisieren".

Zudem würden bei einem Gegenschlag Pjöngjangs, der zwangsläufig folgen würde, Millionen Menschen sterben: In Südkorea, dessen Hauptstadt Seoul mit 10 Millionen Einwohnern nur 47 Kilometer von der Grenze entfernt liegt, und wohl auch in Japan, das als US-Verbündeter auch im Visier Kim Jong-uns sein dürfte. Die Insel sei aber auf alles vorbereitet.

In US-Regierungskreisen hiess es, die Äusserung Trumps sei nicht abgesprochen und nicht hilfreich gewesen. Eine militärische Eskalation halten viele internationale Medien aber eher für unwahrscheinlich. Tillerson hat außerdem versöhnliche Töne angeschlagen, als er sagte, Washington sei nicht an einem Regimewechsel in Nordkorea interessiert.

Nordkorea hatte trotz Verboten des UN-Sicherheitsrates und Warnungen aus dem Ausland am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet.

Als Reaktion auf den neuesten Raketentest Nordkoreas hat der UN-Sicherheitsrat am Wochenende die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen das Land verhängt.

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