Snapchat-Aktie auf Rekordtief

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Miese Quartalszahlen | Snapchat-Firma stürzt an der Börse ab

Hinzu kommt ein heftiger Verlust von 443 Millionen US-Dollar, dreimal so viel wie noch im zweiten Quartal 2016, als Snap 116 Millionen US-Dollar Verlust geschrieben hatte. Der Kurs markiert nun ein Rekordtief unter 12 Dollar, nachdem Snap mit 17 Dollar pro Aktie an die Börse ging.

Trotz steigender Nutzerzahlen bei der Foto-App Snapchat und eines veritablen Anstiegs beim Umsatz machen Anleger zunehmend einen Bogen um Börsenneuling Snap: Die große Frage bleibt weiterhin, ob mit dem Messengerdienst genug Geld zu verdienen ist. Der jetzt herausgegebene Finanzbericht für das zweite Quartal 2017 verzeichnet zwar einen Umsatzanstieg von 153 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; mit 181,6 Millionen US-Dollar konnte die Foto-App jedoch nicht die Erwartungen der Analysten erreichen, die 189 Millionen US-Dollar vorhergesagt hatten. Snapchat kann fürs Q2 173 Millionen tägliche User vermelden, ein Plus von 21 Prozent gegenüber Vorjahr und 4 Prozent gegenüber dem Vorquartal Der Erlös pro Nutzer hat derweil von 50 Cent auf 1,05 Dollar zugenommen, auch hier blieb Snapchat hinter den Erwartungen zurück.

Snapchats Muttergesellschaft Snap war Anfang März mit großem Rummel in New York an die Börse gegangen, zuletzt bekamen Anleger aber kalte Füße. Der Börsenwert fiel von 34 Milliarden Dollar auf weniger als 16 Milliarden Euro. Damit ist die Firma zwar meilenweit abgeschlagen hinter dem großen Rivalen Facebook, wird aber fast fünf Milliarden Dollar höher bewertet als Twitter. Die Probleme, mit denen sich Snap-Chef und Mitgründer Evan Spiegel auseinandersetzen muss, sind nicht zuletzt der harten Konkurrenz durch Facebook geschuldet. Ein Grund für den Snap-Absturz ist allerdings auch, dass Facebook gnadenlos die Features von Snapchat kopiert und vor allem bei Instagram Erfolg damit hat. Später wurde das Angebot etwa mit Fotofiltern, Medieninhalten und einer Kamera-Sonnenbrille ausgebaut.

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