Trump zieht militärisches Eingreifen in Venezuela-Konflikt in Betracht

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                          Demonstrationen gegen Trumps Drohung in Mexiko. – APA  AFP  BERNARDO MONTOYA

Schließen Demonstrationen gegen Trumps Drohung in Mexiko. – APA AFP BERNARDO MONTOYA

US-Präsident Donald Trump will jetzt auch gegen Venezuela notfalls mit Gewalt vorgehen. Konkrete Pläne nannte er nicht. Die Regierung in Caracas hat den USA wiederholt vorgeworfen, eine Invasion zu planen.

Am Freitagmorgen hatte Trump bereits auf Twitter mit Blick auf Nordkorea geschrieben: "Die militärischen Lösungen sind nun vollständig vorbereitet".

Der Chef der Banco Venezolano de Credito, Germán García-Velutini in seinem Büro in Caracas. "Wir haben Truppen auf der ganzen Welt, an weit entfernten Orten. Venezuela ist nicht sehr weit weg und die Menschen dort leiden und sterben", sagte Trump nach Beratungen mit US-Außenminister Rex Tillerson und der UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, in seinem Golfclub in Bedminster. "Wir haben viele Optionen bei Venezuela, einschließlich notfalls eine mögliche militärische Option". Ein Pentagon-Sprecher sagte, zum jetzigen Zeitpunkt gebe es noch keine entsprechenden Anweisungen aus dem Weißen Haus. Unterstellungen Venezuelas über eine geplante US-Invasion entbehrten jeder Grundlage. Verteidigungsminister Vladimir Padrino sprach von einem "Akt der Verrücktheit" und warf Washington "Extremismus" vor. Bei Unruhen wurden in den vergangenen Monaten mehr als 125 Menschen getötet.

Die US-Regierung hatte nach der Wahl der Verfassungsversammlung Ende Juli Sanktionen gegen Maduro verhängt und sein Vermögen in den USA eingefroren. In sozialen Medien in Südamerika wurden die Worte Trumps heiß diskutiert und kritisiert: weil sie Maduro stärken können, der viel Rückhalt aus der angeblichen Bedrohung durch den "Imperialismus" bezieht und der Opposition in seinem Land Umsturzpläne zusammen mit den USA vorwirft. Später erließen die USA außerdem Strafmaßnahmen gegen weitere venezolanische Amtsträger. Am Freitag beantragte er tatsächlich ein Telefonat mit Trump. Staatschef Nicolás Maduro beschuldigt Washington, im Hintergrund am Sturz seiner Regierung zu arbeiten. Er strebe "normale" Beziehungen zu Washington an. Und Maduro hat der Versammlung ein Gesetz vorgeschlagen, das Gefängnisstrafen von bis zu 25 Jahren für politische Verbrechen vorsieht. Auch die venezolanische Opposition, die die Wahl boykottierte, und andere Staaten der Region verweigern ihr die Anerkennung.

Nicolas Maduro, der wegen der wirtschaftlichen und politischen Krise im Land zur Zielscheibe der Proteste geworden ist, hat vor der neugewählten verfassungsgebenden Versammlung eine dreistündige Rede gehalten. Wie das Aussenministerium in Lima am Freitagabend (Ortezeit) mitteilte, habe Botschafter Diego Molero fünf Tage Zeit, das Land zu verlassen.

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