US-Pazifikinsel Guam als Ziel genannt

Nordkorea ist eigenen Aussagen zufolge in der Lage Atomsprengköpfe auf 10.000 Kilometer entfernte Ziele abzufeuern

Nordkorea ist eigenen Aussagen zufolge in der Lage Atomsprengköpfe auf 10.000 Kilometer entfernte Ziele abzufeuern

Der Atomstreit mit Nordkorea ist die bisher größte sicherheitspolitische Herausforderung für Trump seit seinem Amtsantritt von einem halben Jahr. "Jetzt ist es weit stärker und kraftvoller als jemals zuvor".

Verteidigungsminister James Mattis richtete dagegen eine Warnung an Pjöngjang: "Die Demokratische Volksrepublik sollte jeden Gedanken an Handlungen aufgeben, die zum Ende ihres Regimes und zur Vernichtung ihres Volkes führen würden". Ansonsten würden die USA auf eine Weise reagieren, "wie sie die Welt noch nicht gesehen hat". "Trump und Kim nehmen das Maul gerne voll". Trump habe mit seiner klaren Ansage verhindern wollen, dass sich Nordkorea falsche Vorstellungen mache.

Das US-Außenministerium versuche alles, um die von Nordkorea ausgehende Bedrohung mit diplomatischen Mitteln aufzulösen. Allerdings verwies Mattis auch auf die Erfahrung und überlegene Schlagkraft der US-Streitkräfte. Vor wenigen Wochen hatte Nordkorea erstmals eine Rakete getestet, die bis nach Amerika fliegen könnte.

Nordkorea hat gedroht, eine Attacke mit ballistischen Raketen vom Typ Hwasong-12 gegen die US-Insel Guam zu erwägen. Der Plan zum Angriff könne "jederzeit" ausgeführt werden, sobald Staatschef Kim Jong Un die Entscheidung dazu treffe, sagte ein Armeesprecher.

Tillerson selbst hatte sich zuvor ähnlich geäußert.

Der ranghöchste Demokrat im Außenausschuss des Senats, Ben Cardin, verglich Trumps Worte gar mit der Rhetorik aus Pjöngjang: "Wir sollten nicht in dasselbe Wutgeschrei und dieselben Provokationen über einen Atomkrieg einstimmen wie Nordkorea".

Während sich Nordkoreas Propaganda gewöhnlich drastischer Formulierungen bedient, kennen derart streitlustige Äußerungen durch einen amerikanischen Präsidenten kaum Präzedenzfälle.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) warnte vor einem Atomkrieg. Die Antwort bleibt die gleiche: "Gar nichts". "Ton und Stärke des Statements wurden vorab diskutiert", sagte sie. Die dort stationierten US-Soldaten sollen im Krisenfall den Verbündeten in Japan, Südkorea, den Philippinen und Taiwan zu Hilfe eilen, zugleich aber auch für die Weltwirtschaft wichtige Seehandelsrouten wie die Straße von Malakka schützen. Der außenpolitisch profilierte US-Senator John McCain mahnte Trump zur Zurückhaltung. Eine alte Militärregel sagt: "Sprich nie eine Drohung aus, die Du nicht auch verwirklichen kannst oder willst".

Das Problem: Donald Trump ist der US-Präsident.

Historiker wiesen darauf hin, dass US-Präsidenten gewöhnlich behutsam mit ihrer Sprache umgehen, um eine Krise nicht unnötig anzufachen.

Pjöngjang rechtfertigte dies mit einer Mobilisierung des US-Atomwaffenarsenals sowie jüngsten US-Raketentests und Übungen mit Langstreckenbombern über Südkorea.

Nordkorea habe für die Entwicklung seiner strategischen Waffen "alles riskiert" und nutze sie "weder als Faustpfand, um Anerkennung von Dritten zu bekommen, noch für irgendeinen Tauschhandel". Solange die USA ihre feindselige Politik beibehielten, werde es keine Verhandlungen geben.

In einer weiteren Stellungnahme kündigte ein nordkoreanischer Militärsprecher laut KCNA an, auf einen möglichen "Präventivkrieg" der US-Streitkräfte mit einem "grenzenlosen Krieg" zu reagieren, der "sämtliche Stützpunkte des Gegners ausrotten wird, auch auf dem US-Festland".

Hauptthema an den Märkten war jedoch die Lage in Nordkorea.

Trumps Warnung war kurz nach der Veröffentlichung eines Berichts erfolgt, demzufolge Nordkorea erhebliche Fortschritte bei seinem Raketenprogramm erzielt hat.

In Seoul hat das konkrete Folgen: Unter dem Eindruck der Gefahr aus dem Norden rief Südkoreas Präsident Moon Jae zu einer tiefgreifenden Reform der eigenen Streitkräfte auf. "Ich glaube, wir brauchen eine vollständige Verteidigungsreform im Sinne einer Wiedergeburt, anstatt nur einige Modifizierungen oder Verbesserungen durchzuführen", sagte Moon am Mittwoch der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge.

Neuesten Nachrichten